Caius Savary geht nach 27 Jahren am Gericht

27 Jahre war Caius Savary in der Judikative im Kanton Appenzell Innerrhoden tätig. Damit ist Schluss. Der Bezirksgerichtspräsident Appenzell Innerrhoden legt sein Amt Ende April nieder. Er wird sich beruflich neu orientieren.

  • Caius Savary. (Bild: Archiv app24)

    Caius Savary. (Bild: Archiv app24)

Am 1. Juni 1995 nahm der damals 37-jährige Rechtsanwalt lic. iur. Caius Savary seine Tätigkeit beim Kanton Appenzell Innerrhoden auf, ursprünglich als Gerichtsschreiber am Kantonsgericht unter Kantonsgerichtspräsident Dr. phil. Ivo Bischofberger. Rund zehn Jahre später wählte ihn der Grosse Rat des Kantons Appenzell Innerrhoden in seiner Sitzung vom 27. Juni 2005 zum ersten hauptamtlichen Präsidenten des Bezirksgerichts Appenzell Innerrhoden und bestätigte ihn in der Folge jeweils in seinem Amt. Letztmals wurde er im Jahr 2019 wiedergewählt. In den Jahren 2008 bis 2019 war er zudem als Jugendanwalt tätig.

Caius Savary hat in seiner Zeit an den Gerichten des Kantons Appenzell Innerrhoden an tausenden von Entscheiden und Urteilen mitgewirkt oder diese selber gefällt. Beispielsweise hat er in den Jahren 2006 bis 2020 als Einzelrichter rund 380 Ehescheidungsverfahren präsidiert. In über 95 Prozent der Fälle kam es dabei zu einer einvernehmlichen Regelung der Scheidungsfolgen. Diese ausserordentliche Anzahl an Vergleichen, beziehungsweise Konventionen, ist nicht zuletzt auf seine nebenberufliche Ausbildung zum Mediator in den Jahren 2007 bis 2009 am Wirtschaftsförderungsinstitut Vorarlberg zurückzuführen. Neben seiner richterlichen Tätigkeit für den Kanton Appenzell Innerrhoden wirkte Caius Savary an der Ausarbeitung diverser Gesetzesvorlagen im Bereich des Zivil-, Straf- und Verwaltungsrechts mit. Beispielsweise stammen die Einführungsgesetze zur Schweizerischen Zivilprozessordnung und zur Schweizerischen Strafprozessordnung massgeblich aus seiner Feder. Auch bei der formellen Bereinigung der gesamten Gesetzessammlung in den Jahren 2003 bis 2006 wirkte er intensiv mit. Sein letzter Streich war, beziehungsweise ist, die Revision des Gerichtsorganisationsgesetzes.

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