Burgruine Grimmenstein wird weiter saniert

Derzeit erfolgt die zweite Etappe der Gesamtsanierung der zwischen St. Margrethen und Walzenhausen gelegenen Burgruine Grimmenstein. Bauherrschaft ist die Ortsgemeinde St. Margrethen als Eigentümerin des beliebten Ausflugsziels.

  • Gemäss den Anweisungen von Baupolier Dominic Thamm (rechts) wird derzeit die Umfassungsmauer der Burgruine Grimmenstein sorgfältig saniert. (Bild: Peter Eggenberger)

    Gemäss den Anweisungen von Baupolier Dominic Thamm (rechts) wird derzeit die Umfassungsmauer der Burgruine Grimmenstein sorgfältig saniert. (Bild: Peter Eggenberger)

Sorgfältig wird derzeit auf der Umfassungsmauer der Ruine Stein um Stein platziert. «Die Baustelle ist nicht alltäglich und für uns alle eine spannende Herausforderung», sagt Polier Dominic Stamm, der als Freelancer immer wieder für die Baufirma Gautschi in St. Margrethen tätig ist. «Wir ersetzen die brüchigen, eine Gefahr für Besucherinnen und Besucher bedeutenden Steine und ersetzen sie durch intakte Sandsteinbrocken. Als Fixiermaterial dient langlebiger Kalkmörtel, der sich bereits beim seinerzeitigen Bau der Burganlage bewährt hat.» Zum Gautschi-Bauteam gehören auch Zivildienstleistende. «Sie sind mit Interesse bei der Sache und eine echte Hilfe», rühmt Dominic Thamm. Der Bauprofi stammt ursprünglich aus Sachsen und ist in Lutzenberg wohnhaft.

Wahrzeichen von regionaler Bedeutung

«Als Wahrzeichen der Region, beliebtes Ausflugsziel und wichtiger Station am Walzenhauser Abenteuerweg ist die Ruine Grimmenstein von grosser Anziehungskraft. Nachdem letztmals in den 1930er Jahren grosse Ausgrabungs- und Sanierungsarbeiten erfolgt sind, muss die Burg rund hundert Jahre später erneut umfassend saniert werden, um den wertvollen historischen Zeugen der Nachwelt zu erhalten», heisst es in der Dokumentation der Ortsgemeinde St. Margrethen, die von Rolf Künzler präsidiert wird. Die Planung und Bauleitung liegt in den Händen der Brassel Architekten GmbH, und als Kenner der Materie steht Burgenexperte Jakob Obrecht im Einsatz. Unterstützt wird das Bauvorhaben von den kantonalen Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie sowie vom Bund und verschiedenen Geldgebern. Fachgerecht restauriert wurde letztes Jahr der Turm, was dessen Eingerüstung nötig machte.

Gefürchtetes Raubritternest

Grimmenstein wird 1254 erstmals erwähnt. Die Burgherren standen als Vögte im Dienste der Äbte von St. Gallen. Im Rahmen der Appenzeller Freiheitskriege eroberten und zerstörten die Bergler 1405 die Burg. Nach dem sieben Jahre später erfolgten Wiederaufbau wurde die Burg zum gefürchteten Raubritternest. Nachdem die beiden Burgherren mit ihren Knechten 1416 ein Konstanzer Marktschiff überfallen und ausgeraubt hatten, wurde Grimmenstein von den erbosten Konstanzern endgültig zerstört.

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