Brandobjekt mit einigen Tücken

Am Samstag hielt die Feuerwehr Rüte ihre Hauptübung ab. Das «Brandobjekt» war an diesem regnerischen Tag gut zugänglich, dürfte aber – was den Zugang betrifft – an einem sonnigen Tag eine Herausforderung bieten. Als Einsatzleiter fungierte Vizekommandant Oliver Räss, welcher es verstand, die Sachlage rasch richtig zu beurteilen und die entsprechenden Befehle zu erteilen.

  • Ein «Verletzter» wurde mit dem Hubretter geborgen.  (Bilder: Eveline Schiegg)

    Ein «Verletzter» wurde mit dem Hubretter geborgen. (Bilder: Eveline Schiegg)

  • Wo die Bergung mit Hubretter unmöglich war, kam die Schiebeleiter zum Einsatz.

    Wo die Bergung mit Hubretter unmöglich war, kam die Schiebeleiter zum Einsatz.

  • Glücklicherweise nur leicht verletzt. Feuerwehrfrauen und Samariterinnen Andrea Koch und Corina Fässler.

    Glücklicherweise nur leicht verletzt. Feuerwehrfrauen und Samariterinnen Andrea Koch und Corina Fässler.

  • Die «Schutzwand» aus Wasser verhinderte das Übergreifen des Feuers auf benachbartes Gebäude.

    Die «Schutzwand» aus Wasser verhinderte das Übergreifen des Feuers auf benachbartes Gebäude.

Punkt 13.00 Uhr traf der Alarm «Brand Hotel Krone Brülisau mit Personenrettung» ein. Wenige Minuten waren bereits die ersten Feuerwehrmänner vor Ort, kurz darauf folgten die Einsatzfahrzeuge. Nebst der eigenen Flotte der Feuerwehr Rüte musste aufgrund der Höhe des Gebäudes auch der Hubretter der Stützpunktfeuerwehr Appenzell aufgeboten werden. Von aussen betrachtet waren bereits Rauchschwaden zu sichten. Der «Brand» schien im ersten Stock ausgebrochen zu sein. Ausserdem befanden sich noch sieben Personen, darunter auch Kinder im Gebäude.

Nebengebäude in Gefahr

Zur Wassereinspeisung konnte ein Hydrant in unmittelbarere Nähe genutzt werden. Ein zusätzlicher Wassertransport wurde durch Verlegen von einigen Metern Schlauch hinab zum Brüelbach gesichert. Das Übergreifen des Feuers auf die neben stehenden Gebäude wurde kurze Zeit später mittels Hydroschild, einer «Schutzwand» aus Wasser, gesichert.

Atemschutz gefordert

Wer das derzeit leer stehende Hotel kennt weiss, dass das «Innenleben» einem Labyrinth gleicht. Kein Stockwerk gleicht dem anderen. Und die zusätzliche starke Rauchentwicklung erschwerte die Ortung der sich in Gefahr befindenden Personen. Ausserdem ist Gefahr in Vollzug, wenn sich auch Kinder in der Gefahrenzone aufhalten. Glücklicherweise konnten die Einsatzkräfte die Personen aber schnell orten und mit der Rettung beginnen.

Auf der Rückseite des Gebäudes kam die Schiebeleiter mit Stützen zum Einsatz, da die Bergung mit Hubretter wegen fehlender Zufahrt nicht möglich war. So musste der Verletzte über die Leiter geborgen werden. Die zweite verletzte Person wurde mit Trage und Hubretter aus dem Gebäude befreit. Sofort konnten die Geretteten von den Samariterinnen betreut und versorgt werden.

Im Ernstfall wäre Unterstützung nötig

Käme es im Hotel Krone tatsächlich zu einem grossen Brand, wäre es unerlässlich, weitere Unterstützung anzufordern. Gemäss Kommandant Fabian Fässler würde es drei Feuerwehren benötigen, um der Sachlage Herr zu werden. Ausserdem würde sich die Zufahrtssituation bei schönem Wetter verschärfen. Rund um die «Krone» parkierte Autos müssten im Notfall entfernt werden. Dieses Szenario erlebte das Korps in der Vergangenheit bereits. Glücklicherweise handelte es sich damals aber «nur» um eine Rauchentwicklung in der Küche, sodass ein Zugang trotz zugestelltem Parkplatz möglich war.

Lob und Kritik bei Schlussbesprechung

Einsatzleiter Oliver Räss bedankte sich bei seinen Kameradinnen und Kameraden für den unermüdlichen Einsatz. Befehle wurden schnell angenommen und umgesetzt. Auch die «Beobachter» Sepp Räss, Dani Diem und Alois Graf hatten nur wenige Kritikpunkte zu äussern. Die Übung verlief reibungslos und man arbeitete Hand in Hand, was der Bevölkerung des Bezirks Schwende-Rüte ein sicheres Gefühl geben dürfte. Auch die zahlreichen Zaungäste konnten diese Aussage bestätigen. Unter ihnen weilten auch Bezirkshauptmann Bruno Huber sowie Bezirksrat Markus Stäger und Bezirksrätin Sandra Wild, welche die Übung mit grossem Interesse verfolgten.

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