Brand in Stall mit 12000 Hühnern – Hauptübung der Feuerwehr Schlatt-Haslen

Bei trübem Wetter fand am Samstagmorgen die Hauptübung der Feuerwehr Schlatt-Haslen statt. Als Übungsobjekt diente der Hühnerstall von Ruedi und Rahel Huber in Enggenhütten.

  • Mit dem Hubretter der Stützpunktfeuerwehr Appenzell wird ein Mann in die Höhe gebracht um das Dach zu öffnen. (Bilder: Vreni Peterer)

    Mit dem Hubretter der Stützpunktfeuerwehr Appenzell wird ein Mann in die Höhe gebracht um das Dach zu öffnen. (Bilder: Vreni Peterer)

  • Die Einsatzleitung koordiniert den Einsatz und verteilt Aufträge.

    Die Einsatzleitung koordiniert den Einsatz und verteilt Aufträge.

  • Im Verwundetennest werden die Geretteten von den Samariterinnen erstversorgt. (Bild: zVg)

    Im Verwundetennest werden die Geretteten von den Samariterinnen erstversorgt. (Bild: zVg)

Die Feuerwehrmänner und die Alarmsamariterinnen wussten zwar im Vorfeld, dass sie an diesem Tag etwa um 9.30 Uhr aufgeboten werden. Den Einsatzort kannten sie jedoch nicht. Diesen erfuhren sie erst bei der Alarmierung.

Starke Rauchentwicklung

Die Übungsleitung lag in den Händen des neuen Kommandanten René Germann. Er stellte die Mannschaft vor folgendes Szenario: Im Eierraum des Hühnerstalls, wo sich die elektrischen Installationen und die Wechselrichter für die Photovoltaikanlage befinden, war ein Feuer ausgebrochen. Dadurch hatte sich ein starker, dichter Rauch entwickelt. Dieser war die Hauptproblematik und eine grosse Herausforderung für die Rettungskräfte.

Einsatzleiter war zum ersten Mal Alfred Brülisauer, der kürzlich den Offizierskurs absolviert hat. Unterstützt wurde er von Sepp Stark, der ihm mit seiner mehrfachen Erfahrung als Einsatzleiter zur Seite stand.

Drei Personen gerettet

Der Einsatzleiter schickte den Atemschutz in den Eierraum, um nach drei vermissten Personen zu suchen und diese zu retten. Die Geretteten wurden ins Verwundetennest gebracht, wo sie von den Samariterinnen weiterversorgt wurden. Im Ernstfall hätten sich die Angehörigen der Feuerwehr auch noch um die 12’000 Hühner und die Schweine kümmern müssen.

Zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung wurde auch der Hubretter der Stützpunktfeuerwehr Appenzell aufgeboten. Mit diesem wurde unter anderem ein Mann der Feuerwehr Schlatt-Haslen auf das Dach gebracht, um dieses zu öffnen und um ein Übergreifen des Feuers auf das weitere Gebäude zu verhindern.

Erschwerter Wasserbezug

Der Zugriff erfolgte hauptsächlich von oben. Der untere Teil des Objektes war nicht primär gefährdet, da hier mit der Betondecke und Brandschutztüren die Gefahr einer Brandausdehnung gering war – beziehungsweise im Ernstfall gering wäre.

Der Übungsleiter, Kommandant René Germann, legte bei der diesjährigen Hauptübung einen Schwerpunkt auf den Wassertransport. Der Erstwasserbezug erfolgte mit einer Motorspritze ab einem Hydranten. Dafür wurde eine zirka 800 Meter lange Leitung erstellt. Der zweite Bezug erfolgte von einem Bach. Hätte dieser jedoch zu wenig Wasser, müsste es von der Sitter geholt werden. Dafür müsste eine lange Leitung erstellt werden.

Ein grosses Augenmerk bei der Hauptübung wurde auf die Zusammenarbeit der Mannschaft und auf die eigene Sicherheit gelegt.

Lob für Rettungskräfte

Im Einsatz standen 40 Angehörige der Feuerwehr Schlatt-Haslen, zu der auch die Samariterinnen zählen. Aussenstehende Beobachter waren dieses Jahr Dominik Krummenacher von der Feuerwehr Teufen-Bühler-Gais, Marcel Müller von der Feuerwehr Stein und Regula Huber vom Samariterverein Gonten. Sie äusserten sich bei der Schlussbesprechung zufrieden. Da und dort wurden Verbesserungsvorschläge deponiert. Dazu dienen auch solch gross angelegte Übungen; um aufzuzeigen, an was das Jahr über noch speziell gefeilt werden muss, um optimal gewappnet zu sein für Ernstfälle.

«Bachnasse» Männer

René Germann hat schon oft an Hauptübungen der Feuerwehr Schlatt-Haslen teilgenommen; am Samstag war es das erste Mal als Kommandant. Sein Fazit nach der Übung fiel positiv aus. Die Mannschaft habe gut und motiviert gearbeitet. Alle seien füreinander gelaufen und hätten einander geholfen. «Die Männer waren bachnass, was zeigt, dass alle einen dermassen grossen Einsatz an den Tag legten, als wäre es ein Ernstfall gewesen».

Ruedi Huber, in dessen Hühnerstall geübt wurde, äusserte sich sehr überrascht und positiv über die Schlagkraft der Bezirksfeuerwehr. Die realitätsnahe Übung in seinem Stall gebe ihm ein gutes Gefühl der Sicherheit.

Hauptmann Dominik Brülisauer und Bezirksrat Albert Sutter wohnten der Übung ebenfalls bei und verfolgten diese mit grossem Interesse. Nach Beendigung des Einsatzes richtete Albert Sutter in seiner Funktion als Präsident der Feuerschutzkommission Worte der Anerkennung und des Dankes an die Angehörigen der Feuerwehr.

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