Bittere Pille für Innerrhoden

Eine sehr teure Schlappe hat die Justiz dem Kanton Appenzell Innerrhoden in einem zwölf Jahre dauernden «Mammut»-Fall eingebrockt, wie der «Appenzeller Volksfreund» in seiner Samstagausgabe berichten wird.

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Jetzt hat das Kantonsgericht zwei Verurteilte in allen Belangen freigesprochen – nachdem das Bundesgericht das erste Urteil wegen Willkür kassiert und den Fall ans Kantonsgericht zurückgewiesen hatte.
Wegen «Betrugs» und «Urkundenfälschung» verurteilte das Bezirksgericht Appenzell drei Angeschuldigte zu drakonischen Strafen. Das Kantonsgericht milderte dieses Urteil. Das Bundesgericht entschied auf Willkür. Jetzt sprach das Kantonsgericht zwei Verurteilte frei. Der dritte Beteiligte hatte nicht appelliert.
Die Untersuchung in dem vermeintlichen «Kapitalfall» dauerte elf Jahre; die Untersuchungskosten verschlangen über 170’000 Franken; die weitgehend ungeordneten Akten umfassten 14 Kisten mit 91 Bundesordnern und 45’000 Seiten. Die damalige Innerrhoder Staatsanwältin sprach von einem Fall von «Gemälde-Fälschung riesigen Ausmasses». Angeblich sollten Gemälde von El Greco, Raffael, Veronese und Murillo sowie eine Skulptur von Picasso «gefälscht» worden sein. Geblieben ist davon absolut nichts. Kein einziges Kunstwerk war gefälscht.
Über 200’000 Franken an Kosten für Untersuchungsverfahren, Gerichtsgebühren, Verteidigungskosten und Genugtuungen für die beiden Freigesprochenen gehen nun zu Lasten des Staates, der jahrelang unzählige Mitarbeitende für die Bearbeitung dieses «Falles» eingesetzt hatte.

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