Bis zu 1000 Franken Disziplinarbusse

Bis zu 1000 Franken Busse müssen Gymnasiasten der Kantonsschule Trogen in Zukunft bei schwerwiegenden disziplinarischen Verstössen bezahlen.

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Dies hat der Ausserrhoder Kantonsrat bei der Beratung des neuen Mittelschulgesetzes am Montag entschieden. Bildungsdirektor Rolf Degen erklärte, Mittelschüler und Berufsschüler sollten gleichgestellt werden. Ausserdem liegt die Höhe der Bussen im Ermessen der Schulleitung. Sie muss einen Bussenkatalog erstellen. Die vorberatende Kommission wollte die Disziplinarbusse streichen. Ihre Begründung: Gymnasiasten hätten, im Gegensatz zu Berufsschülern, keinen Verdienst. Der Rat entschied mit 48 zu 13 Stimmen zu Gunsten der Disziplinarbusse.

Über fünf Stunden lang beriet der Rat die Vorlage; die Regierung nahm zahlreiche Bestimmungen zur Überprüfung in die zweite Lesung zurück. Fast wäre die Vorlage ob der zahlreichen Einwände und Unwägbarkeiten gescheitert und zurückgewiesen worden.

Schliesslich stimmte der Rat mit 57 zu 6 Stimmen einem Antrag zu, das Gesetz einer dritten Lesung zu unterziehen und es erst nach der zweiten Lesung der Volksdiskussion zu unterstellen. Das kommt einer faktischen Rückweisung gleich. Das Gesetz passierte in der Schlussabstimmung mit 44 Ja zu 2 nein bei 18 Enthaltungen.

Die Zahl der Schüler an der Kantonsschule Trogen könnte von heute 480 auf 380 im Jahr 2019 schrumpfen. Dennoch bleibt der Besuch ausserkantonaler Mittelschulen erlaubt.

Es wird weiterhin wird ein Gymnasium geben. Ausserdem können eine Berufsfachschule Wirtschaft und eine Fachmittelschule (FMS) geführt werden. Auf die Einführung eines Untergymnasiums wird verzichtet.

An der liberalen Praxis, die den Besuch ausserkantonaler Mittelschulen ermöglicht, wird festgehalten. Für manche Schüler ist der Weg nach Trogen unzumutbar. Zur Zeit besuchen rund 100 Ausserrhoder eine ausserkantonale Mittelschule

Doch es gibt Ausnahmen: Schüler aus Gais werden in Zukunft nicht mehr das Gymnasium Appenzell, Schüler aus Lutzenberg, Walzenhausen und Reute nicht mehr die Kantonsschule Heerbrugg besuchen können. Dafür dürfen Schüler aus Schwellbrunn die Kantonsschule Wattwil besuchen.

In die zweite Lesung zurückgenommen wurde der «Amok-Artikel», wonach Strafverfolgungsbehörden berechtigt und verpflichtet sind die Schulleitung über mögliche Gefährdungen oder Eröffnung von Strafverfahren zu informieren. Das sei juristisch nicht einwandfrei.

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