Bauern: Milchpreis und «Bschütti»

«Wenn der Bauer am Morgen aufsteht, hat er schon verloren». So drastisch warnte der Präsident der Schweizer Milchproduzenten SMP, Hanspeter Kern, am Sonntag Nachmittag in Gonten vor den Auswirkungen der «Weissen Linie».

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An der Hauptversammlung des Bauernverbandes Appenzell Innerrhoden ging es auch um zwei der grossen nationalen Landwirtschaftsthemen: «Weisse Linie» bei der Milchproduktion und Herumführen der «Bschütti». Für die meisten Milchbauern wäre eine Marktöffnung gegenüber der EU, die mit dem Ausdruck «Überschreiten der Weissen Linie» umschrieben wird, kaum tragbar. Bei einer Öffnung des Milchmarktes, ähnlich wie sie beim Käse bereits erfolgt ist, würde der Milchpreis für Schweizer Produzenten auf das Niveau der umliegenden EU-Länder fallen, auf rund 42 Rappen, warnte Kern. Das würde für den Milchbauern ein «negatives Einkommen»  bewirken. Folglich würden zahlreiche Milchproduzenten aufs Mal mit dem Melken aufhören, und dann wäre die nationale Versorgung gefährdet.
Die SMP werde sich rechtzeitig in die politische Debatte einschalten, die demnächst eröffnet werde; dies als Folge einer Motion, die der Nationalrat angenommen hat.
Ebenfalls mit einer Motion wird sich der Ständerat befassen müssen; einreichen wird sie Ivo Bischofberger, Oberegg, in den nächsten Tagen. Darin fordert er, in der Gewässerschutzverordnung den sogenannten «ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich» (OBB) zu streichen. Was so verwaltungstechnisch tönt, ist in Wirklichkeit ganz einfach: Wie Fredy Mark, Leiter des Innerrhoder Amtes für Umwelt, ausführte, darf gemäss OBB die hofeigene «Bschütti» lediglich in einem Umkreis von 6 – 8 km ausgebracht werden. Diese Einschränkung gebe es indes bei Pferden und Hühnern nicht. Das sei eine Ungleichheit.

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