Aus Aktionären werden Genossenschafter

Ende April fand in Stein die Generalversammlung der Landi Säntis AG, welche die Läden in Urnäsch, Herisau, Schönengrund und Teufen unter einem Dach vereint, statt. Neben dem Blick auf das vergangene Jahr stand vor allem die Zukunft der Aktiengesellschaft im Fokus.

  • Verwaltungsratspräsident Ernst Messmer (links) verabschiedet Hans Looser aus dem Verwaltungsrat. (Bilder: zVg)

    Verwaltungsratspräsident Ernst Messmer (links) verabschiedet Hans Looser aus dem Verwaltungsrat. (Bilder: zVg)

  • Zukunft war das Thema der Ausführungen von Josef Schmid, Verwaltungsratspräsident der Laveba Genossenschaft, dem Mutterhaus der Landi Säntis AG.

    Zukunft war das Thema der Ausführungen von Josef Schmid, Verwaltungsratspräsident der Laveba Genossenschaft, dem Mutterhaus der Landi Säntis AG.

  • Die Jubilarinnen und Jubilare der Landi Säntis AG.

    Die Jubilarinnen und Jubilare der Landi Säntis AG.

«Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung». Mit diesen Worten leitete Ernst Messmer, Verwaltungsratspräsident der Landi Säntis AG, die gut besuchte Generalversammlung Ende April in der Mehrzweckanlage Schachenwald in Stein ein. In seinem Jahresbericht blickte er zurück auf personelle, bauliche wie auch digitale Veränderungen. In Bezug auf den Umsatz musste nach zwei sehr guten Jahren ein Rückgang verzeichnet werden, welcher in erster Linie dem Bereich Brenn- und Treibstoffhandel zuzuschreiben sei.

Steigende energie- und IT-Kosten

Wie Geschäftsführer Werner Stäheli ausführte, schmälern zudem steigende Kosten im IT-Bereich und der Energieversorgung das Betriebsergebnis. Für das Jahr 2024 zeigt er sich optimistisch: «Gemäss dem Motto ‹Packen wir es an› stellen wir uns den grossen Herausforderungen.» Dies mit engagierten und gut geschulten Mitarbeitenden, «die täglich ihr Bestes für eine zufriedene Kundschaft geben».
Die statutarischen Geschäfte gingen schlank über die Bühne: Jahres- und Geschäftsbericht, Jahresrechnung 2023, die nötigen Anpassungen der Stauten aufgrund des neuen Schweizer Aktienrechts wurden gutgeheissen und als Nachfolger von Ivo Steiner Gion Capeder für die restliche Amtsdauer bis 2025 in den Verwaltungsrat gewählt.

Zahlreiche Dienstjubiläen

Mit Freude durfte Ernst Messmer zahlreichen Mitarbeitenden zum Dienstjubiläum, erfolgreichem Berufs- oder Weiterbildungsabschluss gratulieren. Verabschieden musste er Hans Looser aus Urnäsch, seit 2003 im Verwaltungsrat, seit 2019 Vizepräsident. Für seine Arbeit gebühre ihm grosser Dank. Er habe Höhen und Tiefen miterlebt, die Landi Säntis AG mitgestaltet und sich als umsichtiger Verwaltungsrat, welcher stets die Weiterentwicklung des Unternehmens im Auge hatte, eingebracht. Stark gemacht habe er sich auch für den Standort Urnäsch. «Hans Looser war es wichtig, die Einkaufsmöglichkeiten in nächster Nähe zu erhalten – und wenn diese genutzt werden, haben sie eine Zukunft.»

«Projekt Churfirsten» auf dem Weg

Zukunft war auch das Thema der Ausführungen von Josef Schmid, Verwaltungsratspräsident der Laveba Genossenschaft, dem Mutterhaus der Landi Säntis AG. Dass die historisch gewachsene heutige Struktur nicht frei von Konfliktpotential ist, zeigte sich bereits anfangs der Versammlung. Der Antrag eines Aktionärs auf eine Änderung der Traktandenliste wurde abgelehnt – dafür reichte, dass sich der Vertretende der Laveba Genossenschaft, welche Mehrheitsaktionärin der Landi Säntis AG ist, dagegen aussprach. Das «Projekt Churfirsten» soll das Unternehmen für die Herausforderungen der Zukunft rüsten und die Verbandsstrukturen bereinigen. Denn, so Schmid, heute sei es de facto so, dass die Laveba «aufgrund der bestehenden Kreuzbeteiligungen sich selbst bestimmt – und das ist nicht gut.» Mit dem aktuellen Konstrukt sei es unmöglich «genossenschaftlich unterwegs zu sein», dem erklärten Ziel der Laveba. Erreicht werden könne dies nur, wenn die einzelnen Aktiengesellschaften, von denen die Landi Säntis AG eine ist, in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Anders als in Aktiengesellschaften habe in einer Genossenschaft jeder etwas zu sagen, und zwar jeder gleichviel – und man schaue zueinander.

Aktien werden Anteilsscheine

Schmid betonte mehrfach den Wert der einzelnen Standorte, die während des Prozesses zur Neuausrichtung nie in Frage gestellt worden seien. «Der Name Landi Säntis AG wird verschwinden – aber ansonsten ändert sich nichts!» Für die Aktionärinnen und Aktionäre der Landi Säntis AG bedeutet dies konkret: Sie erhalten von der Laveba Genossenschaft ein Angebot für die Umwandlung ihrer Aktien in Genossenschafts-Anteilsscheine – sprich die heutigen Aktionärinnen und Aktionäre werden, wenn sie denn wollen, Genossenschafter der Laveba Regionalgenossenschaft. Schmid rechnet mit einem Zeitraum für die Umsetzung bis 2027. Auf die Frage eines Aktionärs, ob man als Genossenschafter mehr zu sagen habe, oder ob es, wie im heutigen Konstrukt, so sei, dass der kleine Aktionär nur Zaungast sei, erklärt Schmid: «Ihr habt ein Stück mehr zu sagen als heute. Unabhängig davon, wie viele Anteilscheine jemand besitzt, hat jeder an der Versammlung der Regionalgenossenschaft genau eine Stimme.»
Da trotz der ausführlichen Erläuterungen von Josef Schmid allenfalls noch Fragen offen sein könnten, offeriert der Verwaltungsrat und die Geschäftsführung der Landi Säntis AG seinen Aktionären die Möglichkeit, diese in einem persönlichen Gespräch zu klären und zwar am 14. Mai von 14 bis18 Uhr, und am 31. Mai ab 19.30 Uhr in der Geschäftsstelle in Wald-Schönengrund.

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