Augenschein an der Ideenquelle

Die Baumschule Kressibucher AG im thurgauischen Berg und der Erlebnisraum Wald Mittelthurgau in Weinfelden waren die Ziele der diesjährigen Exkursion des Vereinsvorstandes und zugewandter Orte des Walderlebnisraums Gais.

  • Das Waldhaus in Weinfelden ähnelt jenem in Gais. (Bilder: Martin Hüsler)

    Das Waldhaus in Weinfelden ähnelt jenem in Gais. (Bilder: Martin Hüsler)

  • In diesem Beet wachsen Weisstannen heran.

    In diesem Beet wachsen Weisstannen heran.

Dorthin, wo alles begann – so liesse sich die Fahrt der Gaiser Delegation nach Weinfelden zum Erlebnisraum Wald Mittelthurgau umschreiben. Das verlangt nach einer Erklärung. Die Idee zum 2010 eröffneten Walderlebnisraum Gais hat ihren Ursprung in der Tat in Weinfelden. Dort hat sich Fernando Ferrari, der Initiant der Gaiser Institution, von ebendiesem Erlebnisraum Wald Mittelthurgau inspirieren lassen. Er liess den Gedanken an etwas Ähnliches in Gais Gestalt annehmen und setzte ihn zusammen mit Gleichgesinnten tatkräftig um, so dass 2010 der Walderlebnisraum Gais eröffnet werden konnte.

Nahe am Siedlungsraum

Die gedankliche Brücke nach Gais lässt sich beim Betreten des Weinfelder Geländes schnell errichten, ergibt doch die Bauart der beiden Waldhäuser unverkennbar Parallelen. Seit 2001 existiert die Weinfelder Einrichtung, angestossen von der Schule, von der Bürgergemeinde und von Forst Weinfelden. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist sie unter dem Namen «Waldschule» bekannt und so auch im Internet abrufbar. «Den Kindern den Wald näher bringen ist unser Hauptanliegen», war von Paul Vogt zu erfahren. Er war früher Präsident und übt jetzt das Aktuariat im Trägerverein aus. «Der Standort der Waldschule nahe am Siedlungsraum ist für uns sowohl Vorteil als auch Nachteil. Sie ist einerseits problemlos zugänglich, zieht mitunter aber auch ‹Kundschaft› an, die wir nicht unbedingt schätzen.» Ausgestattet mit dem Waldhaus, einem Materialraum, einer Feuerstelle, einem Barfussweg, einem Erlebnis- und einem sogenannten Gripspfad verfügt die Waldschule über eine beachtliche Infrastruktur, die denn auch – vorab von Primarschulklassen – rege benutzt wird. Reservationen können über das Schulsekretariat getätigt werden. Anders als in Gais, wo um 21 Uhr Nachtruhe einkehrt, ist das Gelände in Weinfelden bis 23 Uhr zugänglich.

Wo die Tannen keimen

Vor dem Augenschein in Weinfelden stand eine Besichtigung der Baumschule Kressibucher AG in dem zur Gemeinde Berg gehörenden Weiler Ast auf dem Exkursionsprogramm. Von dort bezieht der Walderlebnisraum Gais bei Pflanzaktionen jeweils die jungen Bäume. Das aus einem Landwirtschaftsbetrieb herausgewachsene Unternehmen besteht gemäss Corina Brazerol, die sich der von WER-Präsident Hansjürg Hörler angeführten Gäste aus Gais annahm, seit rund 140 Jahren und hat sich, sukzessive gewachsen, 1975 ganz der Züchtung von Bäumen auf einer Fläche von 35 Hektaren verschrieben. Zwanzig Personen, manche in Teilzeit, hat die Firma auf der Lohnliste. 95 Prozent macht die Eigenproduktion der Gewächse aus, die vorwiegend in der Ostschweiz abgesetzt werden. Beeindruckend war der Einblick in den Samenkeller, wo unterschiedlichstes und fein säuberlich etikettiertes Saatgut bei einer Temperatur von minus 2 Grad in flaschenähnlichen Gebinden gelagert wird, bis die Zeit zur Aussaat gekommen ist. Die Beete mit den winzigen Keimlingen, aus denen bei guten Voraussetzungen dereinst mächtige Bäume werden, machten wahrhaftig staunen. Es liess sich gut ermessen, wie viel Arbeit dahinter steckt, bis aus den Samen heranreift, was unsere Sinne erfreut.

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