Auf alten Pfaden von Appenzell nach St. Gallen

Nach dem erfolgreichen ersten Säumerzug vor drei Jahren liess der Appenzeller Martin Josef Manser die alte Tradition am Martinitag wieder aufleben. Mit rund drei Mal so vielen Tieren, insgesamt 17 Mulis, Pferden, Eseln und Hunden, zog die bunte Schar mit 35 Säumerinnen und Säumern auf den alten Säumerpfaden von Appenzell nach St. Gallen.

  • Impressionen vom Säumerzug mit Mulis, Pferden, Eseln, Hunden und einer bunten Menschenschar. (Bilder: Myriam Schaufelberger)

    Impressionen vom Säumerzug mit Mulis, Pferden, Eseln, Hunden und einer bunten Menschenschar. (Bilder: Myriam Schaufelberger)

Die ersten Säumerinnen und Säumer waren schon am Freitag, 10. November, mit ihren Tieren angereist, wo sie im Gästehaus des Klosters Maria der Engel nach einem herzlichen Empfang übernachten konnten. Am Samstagmorgen trudelten dann nach und nach immer mehr Säumer ein. Aus der ganzen Schweiz kamen sie mit ihren Mulis, Eseln und Pferden, oft in traditioneller Kleidung, und versammelten sich auf dem Postplatz Appenzell, wo sie vom Innerrhoder Martin Josef Manser sowie Albert Koller im Namen des Klosters begrüsst wurden und von Pfarrer Lukas Hidber den Segen empfangen durften.

Gelebte Tradition

Beladen mit Appenzeller Käse und Appenzeller Bier, Mineralwasser, Zweieinhalb-Pfünder-Brot und weiteren Köstlichkeiten setzten sich die Tiere und ihre Begleitpersonen in Bewegung Richtung Landsgemeindeplatz, dann weiter Richtung Schlatt über Teufen nach St. Gallen, wo sie auf dem Klosterplatz gebührend empfangen wurden, um nach der Begrüssung von Stadtpräsidentin Maria Pappa einen wohlverdienten Apéro zu geniessen. Martin Josef Manser, «de Seppe Maati», hatte den Säumerzug vor drei Jahren wieder ins Leben gerufen, um die historische Tradition wiederzubeleben, die in der ganzen Schweiz immer mehr Anhänger gewinnt. Vor allem in den Regionen Bern und Wallis, aber auch in anderen Gegenden sind Säumerinnen und Säumer mit ihren Tieren regelmässig auf den alten Säumerpfaden unterwegs. Es ist mehr als eine Faszination, es ist gelebte Tradition, ein einmaliges und intensives Erlebnis, um das Leben zu entschleunigen und sich auf den alten Pfaden mit den Tieren und der Natur zu verbinden.

Dies alles ist aber mit viel Aufwand und Organisation verbunden. Fast das ganze Jahr war Manser mit den Vorbereitungen beschäftigt gewesen und freute sich dann umso mehr über den Säumerzug, der mit so vielen Beteiligten und auch dank der grossen Unterstützung des lokalen Gewerbes von Appenzell bis St. Gallen durchgeführt werden konnte. Das grosse Interesse, die Wertschätzung, die vielen spannenden Begegnungen unterwegs und rund um das ganze Projekt machten das Ganze wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Das Säumern auch in Zukunft pflegen

So möchte Martin Josef Manser diesen Säumerzug, der als kulturhistorisches Projekt begonnen hat, weiterführen und unter dem Titel «Appa Galla» in Zukunft jedes Jahr um den Martinitag herum mit einer Säumertruppe von Appenzell nach St. Gallen säumern. Damit soll diese Tradition, die in Appenzell noch bis vor wenigen Jahren auf dem Weg über Schrennen zum Rotsteinpass gepflegt worden ist, wieder aufleben und in Zukunft regelmässig gelebt und erlebt werden.

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