Asthaufen für das Wiesel gegen Mäuse

Der Bio-Ring Appenzellerland führte kürzlich einen Informationsabend zur natürlichen Mäuse- und Schädlingsbekämpfung durch. Die Gastgeberin Elsbeth Mettler referierte zum Pflanzenschutz. Bruno Nabulon aus Urnäsch zeigte auf, mit welchen Massnahmen Wiesel im Landwirtschaftsgebiet gefördert und so gleichzeitig Mäuseprobleme längerfristig unter Kontrolle gehalten werden können.

  • Referent Bruno Nabulon vor einem Asthaufen für Wiesel. (Bilder: Claudia Manser)

    Referent Bruno Nabulon vor einem Asthaufen für Wiesel. (Bilder: Claudia Manser)

  • Elsbeth Mettler zeigt eine «Wilde Karle».

    Elsbeth Mettler zeigt eine «Wilde Karle».

  • Die Chrüterei in Stein.

    Die Chrüterei in Stein.

  • Beim Rundgang durch die Chrüterei.

    Beim Rundgang durch die Chrüterei.

«Natürliche Schädlingsbekämpfung ist ein weiter Begriff», so Bruno Nabulon, Biobauer und Berater und Lehrer am Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen. «Sicherlich gehört die Mausbekämpfung auf eine natürliche Art dazu.» Zum Kurs «Natürliche Mäuse- und Schädlingsbekämpfung» eingeladen hatte der Bio-Ring Appenzellerland. Er fand kürzlich in der Chrüterei in Stein statt. Gekommen sind rund zwei Dutzend Interessierte.

Hermelin und Mauswiesel

Beim Mausbefall gibt es immer Schwankungen. «Am besten ist es, wenn es immer gleich wenig Mäuse hat», so Bruno Nabulon. Doch was kann man gegen einen grossen Mausbefall tun? Eine Variante ist, die Wiesel zu fördern. Die Wiesel zügeln dorthin, wo es Mäuse gibt. Es liegt in der Natur, dass die Wiesel jedes Jahr ihren Lebensraum wechseln. Sie gehen dorthin, wo es Mäuse gibt. Die beiden Wieselarten Hermelin und Mauswiesel sind kleine, effiziente Räuber. Als natürliche Schädlingsbekämpfer spielen sie eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft, denn sie jagen hauptsächlich Mäuse. Eine Wieselfamilie benötigt rund 50 bis 100 Mäuse pro Woche. Die beiden Wieselarten unterscheiden sich: Das Hermelin hat eine schwarze Schwanzspitze, wechselt das Fell von braun im Sommer zu weiss im Winter. Es wird auch das grosse Wiesel genannt. Das Mauswiesel ist braun und ohne saisonalen Farbwechsel. Wiesel leben vor allem an Waldrändern, auf Wiesen oder Weiden. Zum Jagen jedoch sind sie auf Strukturen angewiesen, in denen sie Unterschlupf finden, zum Beispiel Natursteinmauern, ungemähte Wiesen oder Hecken. Um ein Wiesel anzulocken, können auch Ast- oder Steinhaufen gebaut werden. Es ist wichtig, dass sich diese Plätze in der Nähe von mausreichen Wiesen oder Weiden befinden.

Asthaufen für Wiesel

«Ein Asthaufen muss gross und an einem trockenen Ort sein», sagte Bruno Nabulon. Der Asthaufen sei ein lebendiges Objekt. Damit dies so bleibt, soll immer wieder neues Material wie Holz oder Steine hinzugebracht werden. Bei den Steinen ist zu achten, dass diese auf die Sonnenseite gelegt werden, damit sich die Wiesel auf den Steinen sonnen können. Da Wiesel bei Störungen oder Gefahr rasch umziehen, genügt ihnen ein einzelner Ast- oder Steinhaufen nicht. «Um den Lebensraum zu vernetzen, sind innerhalb von ungefähr 50 Metern ein grosser und ein paar kleinere Haufen zu erstellen», sagte der Referent.

Am Beispiel eines bestehenden Asthaufens erklärte Bruno Nabulon den Aufbau: Auf dem aufgelockertem Boden ist zuerst ein Fundament aus Sand, Kies oder feinem Astmaterial zu erstellen. Auf diesem Fundament wird die Aufzuchtkammer blockhausartig aufgebaut. Beim Asthaufen in der Chrüterei wurde die Aufzuchtkammer mit einer fachmännischen Holzkiste erstellt. Nun kann der Asthaufen aufgetürmt werden. Über die Aufzuchtkammer wird grobes und feines Astmaterial aufgeschichtet, bis der Asthaufen seine endgültige Grösse hat. Im Asthaufen finden neben dem Wiesel auch verschiedene Vogelarten und Insekten Unterschlupf. Auf die Frage, ob es möglich sei, dass bereits Wiesel im Asthaufen leben, antwortete Bruno Nabulon: «Da Wiesel sehr versteckt leben, ist es oft schwierig zu sagen, wo und wie viele überhaupt vorkommen.»

Pflanzenjauche hilft

Mit Elsbeth Mettler ging es danach durch den Kräuter- und Heilkräutergarten. Dessen Pflanzen stammen mehrheitlich aus Eigenanbau oder Wildsammlung. «Dieses Jahr sind die Schnecken ziemlich aktiv», erklärte die Fachfrau. «Mit den Mäusen ist es nicht so tragisch. Auch der Dinkel ist wenig von Mäusen befallen.» Beim Anbau auf den Feldern wird darauf geachtet, dass es eine gute Mischkultur gibt. «Was im eigenen Garten möglich ist, muss jeder selber entscheiden», so Elsbeth Mettler. Vielseitigkeit wirkt sich jedoch positiv auf den Schädlingsbefall aus. Beim Pflanzenschutz arbeitet die Chrüterei oftmals mit einer sogenannten Pflanzenjauche. Die Pflanzenjauche ist ein traditionelles und wirksames Mittel zur natürlichen Düngung und Schädlingsbekämpfung im Garten. Sie wird durch Fermentierung bestimmter Pflanzen in Wasser hergestellt und enthält eine Vielzahl von Nährstoffen sowie Mikroorganismen, die das Pflanzenwachstum fördern und die Pflanzengesundheit verbessern. «Schon die Brennnessel alleine bringt eine grosse Wirkung», erklärte Elsbeth Mettler. Beim gemeinsamen Apéro beantworteten die Referenten spezifische Fragen.

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