Appenzeller Grenzhecke ökologisch aufgewertet

Angehende Ausserrhoder Jäger haben im Rahmen ihrer Ausbildung zum Jäger die Möglichkeit erhalten, in Trogen im Bruederwald bei Landwirt David Lutz eine «Appenzeller-Grenzhecke» und die weiterführende Hecke auf dem Grundstück bei Stefan Kolly ökologisch aufzuwerten.

Es wurden die bestehende Hecke ausgelichtet und zurückgeschnitten. Einzelne wertvolle Sträucher wurden stehengelassen. Mit dem Astmaterial wurden Asthaufen und Wieselburgen erstellt. Diese werden von Kleintieren, welche in Hecken leben als Unterschlupf benutzt.

Unter der fachlichen Anleitung der Umweltingenieurin Fabia Knechtle wurden 260 Sträucher gepflanzt. In einem grossflächig neu bepflanzten Teil wurden diese jungen Pflanzen und Sträucher mit einem Maschendrahtzaun für die nächsten Jahre geschützt. Dies bis sie eine Grösse erreicht haben, um nicht mehr dem Verbiss von Rehen oder dem Rehbock, der solche Jungpflanzen mit seinem Geweih verletzt und deshalb das Aufkommen der Pflanzen verhindert. Andere neu gepflanzte Sträucher wurden aus demselben Grunde mit Einzelschützen versehen.

Fabia Knechtle erläuterte zudem, wie wertvoll solche Hecken im landwirtschaftlichen Kulturland für die Biodiversität unserer Tier- und Pflanzenwelt sind. Sie erklärte welche Sträucher und Pflanzen sich für Hecken im Appenzellerland eignen und wie diese zu pflegen sind.

Besonders interessant war ihre Ausführung, welche Lebewesen von Insekten, über Amphibien, Vogelarten, bis zu den Wildtieren wie Wiesel, Mauswiesel und Rehe, solche Hecken als Deckung und Nahrungsplatz nutzen.

Durch den kantonalen Hegeobmann des Patentjägerverein Appenzell-Ausserrhoden Felix Eberhard, wurde den angehenden Jägern und Jägerinnen an diesem Beispiel aufgezeigt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten-Grundstückbesitzern und Jägern ist, um solche Projekte umsetzen zu können. Auch, dass die Politik vertreten durch das Amt für Raum und Wald, mit der Abteilung Natur und Wildtiere in der Person von Andres Scholl, solche Projekte unterstützt und fördert. In Appenzell-Ausserrhoden besteht seit 1991 eine Schutzzonenplanung, in welcher auch diese beiden Hecken aufgeführt sind.

Danach wurden die Arbeiten im Gelände abgeschlossen und für die angehenden Jäger ging ein praktischer und lehrreicher Arbeitstag im Rahmen ihrer Ausbildung zu Ende.

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