Appenzeller Bevölkerung wirkt interessiert mit

Am Samstag, 18. Juni, informierten die Verantwortlichen des Projekts «Entwicklungskonzept Dorfkern Appenzell» über den aktuellen Stand. Die Bevölkerung hat sich mit vielen angeregten Gesprächen und ausgefüllten Fragebogen aktiv eingebracht.

  • Die Bevölkerung diskutierte unter den Rathausbögen über die Zukunftsperspektiven. (Bilder: zVg)

    Die Bevölkerung diskutierte unter den Rathausbögen über die Zukunftsperspektiven. (Bilder: zVg)

In zwei vorbereitenden Workshops diskutierte die breit aufgestellte Begleitgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus Gewerbe, Detailhandel, Tourismus, weiteren Interessensgruppen und Jugendvertretungen die von den Projektverantwortlichen vorbereiteten Grundlagen und erarbeitete Entwicklungsziele und ein Zielbild 2037 für den Dorfkern, wie das Justiz-, Polizei- und Militärdepartement in einer Mitteilung schreibt.

Am Samstag war es an der Zeit, die Resultate der Bevölkerung zu präsentieren und mit ihr zu diskutieren. Die Projektverantwortlichen und das beauftragte Planungsbüro standen den Interessierten für Fragen, Inputs und inhaltliche Diskussionen zur Verfügung. Dabei wurde der Entwurf des Entwicklungskonzepts erläutert und die Bevölkerung eingeladen, ihre Rückmeldung mittels ausgefüllter Fragebogen einzureichen.

Entwicklungsziele und Zielbild für den Dorfkern

Der bislang erarbeitete Stand zeigt mit sechs Entwicklungszielen und einem Zielbild auf, wie sich der Dorfkern im Jahr 2037 präsentieren soll, wie es weiter heisst. «Der Landsgemeindeplatz bildet das Herz des Dorfkerns», so lautet beispielsweise eines der Entwicklungsziele. Angesprochen werden auch das Dorf als Einkaufs- und Begegnungsort, der Umgang mit dem Verkehr, die Funktion des Gebiets Ziel sowie Übergänge über die Sitter als verbindende Elemente. Eine wichtige Basis für die Zukunftsvorstellung bildet eine Einschätzung zur heutigen Situation im Dorfkern mit Analysen von verkehrlichen, gestalterischen, raumplanerischen, touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen.

Rückmeldungen finden gemeinsamen Nenner

Die Bevölkerung hat die Möglichkeit zur Mitwirkung rege genutzt. Die zahlreichen intensiven Diskussionen während des gesamten Vormittags zeigen, dass die Entwicklung des Dorfkerns die Appenzellerinnen und Appenzeller mobilisiert. Der gesamtheitliche Blick auf die Zukunft des Dorfkerns ist richtig und wichtig, so der Tenor aus den meisten Rückmeldungen. Auch die grundsätzliche Stossrichtung des Entwicklungskonzepts wird in den meisten Fällen geteilt.

Die konkreten Bedürfnisse an die künftige Nutzung und Gestaltung des Dorfkerns als Zentrum des ganzen Kantons sowie als Wohn- und Arbeitsort sind hingegen wie zu erwarten nicht immer deckungsgleich. Verschiedene Themen werden aber von der Mehrheit der Interessierten als besonders bedeutsam hervorgehoben: Eine attraktive und möglichst verkehrsfreie Gestaltung und Nutzung des Landsgemeindeplatzes, die Möglichkeit einer unterirdischen Parkierung im Ziel oder der Erhalt von vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten in der Hauptgasse auch für die Appenzellerinnen und Appenzeller.

Nächste Schritte und Ziel

Die Erarbeitung des «Entwicklungskonzeptes Dorfkern Appenzell» läuft seit dem Frühjahr 2022. Ziel des Projekts ist es, eine von breiten Kreisen mitgetragene und unterstützte Vorstellung zum Dorfkern von Appenzell in den nächsten 15 Jahren zu entwickeln. Damit legen der Kanton, die Bezirke Appenzell und Schwende-Rüte sowie die Feuerschaugemeinde Appenzell als Projektverantwortliche die Basis für eine tragfähige Zukunftsperspektive. Ein Umsetzungsplan mit Handlungsfeldern und Massnahmen soll schliesslich aufzeigen, wie die Entwicklungsvorstellungen schrittweise realisiert werden können.

Als nächstes werden die Rückmeldungen aus den Fragebogen und die in den Gesprächen geäusserten Vorstellungen und Wünsche ausgewertet. Auf dieser Grundlage werden das Zielbild 2037 und die sechs Entwicklungsziele weiter ausgearbeitet und in Form von räumlich und thematisch konkreten Entwicklungsvorstellungen präzisiert. Eine dritte und letzte Sitzung der 20-köpfigen Begleitgruppe wird am 31. August stattfinden. Anschliessend wird das Entwicklungskonzept bis im Spätherbst 2022 fertiggestellt. Die in der Begleitgruppe diskutierte Analyse und die Entwürfe von Zielbild und Entwicklungszielen können unter www.ai.ch/dorfkern eingesehen werden.

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