Appenzeller Bahnen mit Perspektiven

An der 149. Generalversammlung der Appenzeller Bahnen (AB) vom vergangenen Freitag in Wil begrüssten Verwaltungsratspräsident Dr. Ernst Boos und Direktor Thomas Baumgartner die Aktionärinnen und Aktionäre wieder vor Ort. Sie freuten sich über die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen.

  • Eine Komposition der Appenzeller Bahnen unterwegs im Appenzellerland. (Bild: zVg)

    Eine Komposition der Appenzeller Bahnen unterwegs im Appenzellerland. (Bild: zVg)

Sechs Prozent mehr Menschen reisten 2021 im Vergleich zum Vorjahr mit den Appenzeller Bahnen und mit der Frauenfeld-Wil-Bahn. Trotz den coronabedingten Ertragseinbussen benötigen die AB keine zusätzlichen Abgeltungen der öffentlichen Hand. Die an der Generalversammlung 2021 beschlossene Fusion haben die AB im Berichtsjahr operativ umgesetzt.

Im Berichtsjahr stiegen die Fahrgastzahlen gegenüber dem Vorjahr auf 5,26 Millionen. Dennoch liegt die Nachfrage 19 Prozent unter dem Rekordwert von 2019. Die AB haben ihre unternehmerische Verantwortung wahrgenommen. Sie präsentierten ein Jahresergebnis, das keine zusätzlichen Abgeltungen der öffentlichen Hand erforderte. Damit haben die AB bereits zum zweiten Mal die finanziellen Folgen der Pandemie selbstständig aufgefangen.

Neue Haltestelle und Angebotsstrategie

Mit der Inbetriebnahme der neuen Haltestelle St.Gallen Güterbahnhof schlossen die AB im Dezember 2021 ein grosses Projekt ab. Die «Tango»-Züge werden damit zum innerstädtischen Verkehrsmittel. Die AB bedienen neun Stadthaltestellen zu den Hauptverkehrszeiten im Viertelstundentakt. Die vom Bundesamt für Verkehr (BAV) in Auftrag gegebene Korridorstudie für die Strecke Trogen–St.Gallen–Appenzell gibt den Rahmen für die weiteren Angebotsschritte und die dazu notwendigen Infrastrukturmassnahmen vor. Damit haben die AB intakte Perspektiven in ihrer Entwicklung. Offen ist einzig, wie Teufen dereinst erschlossen werden soll. Was auch immer die Lösung sein wird, die AB tragen zu ihr bei.

Attraktive Neubauten für Mitarbeitende

Mit der Vergabe der Arbeiten für den Bau des neuen Verwaltungsgebäudes und Busdepots in Herisau haben die AB den Grundstein für die neuen Büroräumlichkeiten gelegt. Die Vorarbeiten sind auf gutem Weg, um 2022 die Baubewilligung zu erlangen. Auch beim Servicezentrum Appenzell setzen die AB wichtige Schritte um. Sie starten mit den Bauarbeiten im Juli 2022.

Drei Zahnradbahnen mit Perspektiven

Die AB befassten sich im Berichtsjahr intensiv mit der Zukunft der drei Zahnradbahnen. Unmittelbarer Handlungsbedarf sehen die AB bei der Linie Rheineck-Walzenhausen. Der Verwaltungsrat beschloss nach weitgehenden Abklärungen, dass eine vollautomatisierte Zahnradbahn das erfolgversprechendste Modell für diese Bahn ist. Das könnte dann auch ein Modell für die andern beiden Linien werden. Die rechtskonforme und auch tragbare Finanzierung des Projektes ist mit den Beteiligten noch sicherzustellen.

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