Ansicht wird wieder «fascht wie früehner»

Die Appenzeller Bahnen erneuern in den kommenden Monaten das Appenzellerviadukt östlich von Appenzell. Das beeindruckende, fast 300 Meter lange Bauwerk, das in den Jahren 1903/1904 zusammen mit der Strecke zwischen Gais und Appenzell erbaut wurde, wird bis November 2024 umfassend saniert.

  • Das Appenzellerviadukt mit einem «Tango»; Aufnahmedatum August 2018. (Bilder: zVg)

    Das Appenzellerviadukt mit einem «Tango»; Aufnahmedatum August 2018. (Bilder: zVg)

  • Luftaufnahme des Appenzellerviaduktes, Blick Richtung Appenzell; Aufnahmedatum August 2023.

    Luftaufnahme des Appenzellerviaduktes, Blick Richtung Appenzell; Aufnahmedatum August 2023.

Auf den Gewölbebrücken wird ein neuer Schottertrog erstellt, die Ansicht wird dem Ursprungszustand angenähert. Die stählerne Bogenbrücke über die Sitter wird verstärkt und mit einem neuen Korrosionsschutz versehen. Aufgrund der Bauarbeiten wird der Bahnverkehr im Frühling und Herbst 2024 temporär unterbrochen. Es verkehren Ersatzbusse.

Grösstes Brückenbauwerk

Das Appenzellerviadukt ist mit seiner Länge von 296 Metern das grösste Brückenbauwerk der Appenzeller Bahnen und landesweit eine der längsten Eisenbahnbrücken. Das Bauwerk ist ein Kulturobjekt im Inventar der Feuerschaugemeinde Appenzell. Es besteht aus drei Gewölbebrücken sowie einer Stahlbrücke über die Sitter und die Weissbadstrasse. Die Stahlbrücke über die Weissbadstrasse haben die AB bereits 2021 erneuert. Die Bausumme für das Projekt beläuft sich auf rund 7.5 Mio. Franken Die Finanzierung ist über die Leistungsvereinbarung mit dem Bund sichergestellt.

Umfangreiche Arbeiten

Die Erneuerungsarbeiten an den Gewölbebrücken und der Sitterbrücke beinhalten den Einbau eines Stahlbetonschottertrogs zur Abdichtung auf den Gewölbebrücken.

Aus denkmalpflegerischen Gründen wird der obere Brückenabschluss mit den charakteristischen Granitabdeckplatten und Konsolsteinen erhalten. Die zugebauten Gewölbebögen angrenzend an die Stahlbrücken werden in ihren ursprünglichen Zustand zurückgebaut. Die optisch unschönen Ansichtsflächen werden gereinigt, bei Bedarf instandgesetzt und mit einem Verputzmörtel dem Ursprungszustand angenähert.

Bei der stählernen Sitterbrücke bleiben die Hauptfachwerkträger erhalten und werden lokal verstärkt. Die Fahrbahnkonstruktion wird komplett erneuert. Als letzter Schritt wird die Brücke mit einem neuen Schutzanstrich versehen und die Portale ihrer ursprünglichen Form angenähert. Damit diese Arbeiten unter laufendem Bahnbetrieb erfolgen können, wird die 90 Tonnen schwere Sitterbrücke mit zwei grossen Kranen ausgehoben und östlich auf festem Grund abgesetzt. Damit die Züge während der rund sechsmonatigen Bauzeit gleichwohl verkehren können, bauen die AB eine Hilfsbrückenkette ein.

Auswirkungen auf den Bahnbetrieb

Während der Bauarbeiten wird der Bahnverkehr durch zwei Totalsperrungen beeinträchtigt. Die erste Totalsperrung findet von Mitte März 2024 bis Mitte April 2024 statt. In dieser rund vierwöchigen Phase werden die Fahrbahn erneuert, die Sitterbrücke ausgehoben und durch eine Hilfsbrücke ersetzt. Die zweite Totalsperrung erfolgt am Wochenende vom 26. und 27. Oktober 2024. Während diesen zwei Tagen wird die Sitterbrücke an ihren ursprünglichen Standort zurückversetzt. Über die genauen Abfahrtszeiten der Ersatzbusse und die Dauer der Sperrung informieren die Appenzeller Bahnen im Frühjahr 2024.

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  • (Symbolbild: fotolia)

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