Altes Schulhaus Haslen wird nicht verkauft

Deutlich verwarfen am Freitag die Schulbürger von Schlatt-Haslen den Antrag des Schulrates. Dafür sprachen sie sich für eine Steuererhöhung aus und wählten Gabriela Rechsteiner zur neuen Kassierin.

  • Schulratspräsident Beat Rechsteiner (stehend) verabschiedete den zurückgetretenen Kassier Roman Kunz, und begrüsste die neue Kassierin Gabriela Rechsteiner. (Bild: Vreni Peterer)

    Schulratspräsident Beat Rechsteiner (stehend) verabschiedete den zurückgetretenen Kassier Roman Kunz, und begrüsste die neue Kassierin Gabriela Rechsteiner. (Bild: Vreni Peterer)

Die Schulgemeinde Schlatt-Haslen schloss im vergangenen Jahr mit einem Verlust von knapp 300’000.00 Franken ab. Dieses Jahr wird mit einem Verlust von 198’670.00 Franken gerechnet. In den nächsten sechs Jahren wird das Budget einen Verlust von 590’000.00 Franken aufweisen. Diese finanzielle Entwicklung habe verschiedene Gründe, erklärten Schulratspräsident Beat Rechsteiner und Kassier Roman Kunz. Ein Grund dafür sind die an und für sich erfreulich steigenden Schülerzahlen, wodurch jedoch mehr Lehrpersonen und grössere Mengen an Unterrichtsmaterial benötigt werden.

IT und SEBA

Ein weiterer Faktor ist die Aufstockung der IT-Geräte. Während die iPads an der Schule verbleiben und die nächsten fünf Jahre «nur» unterhalten werden müssen, erhalten alle Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen ein persönliches Gerät, welches sie nach der Schulzeit in Haslen, mit in den Zyklus 3 nach Appenzell mitnehmen. Das heisst, die nächsten sechs Jahre wird die Schulgemeinde Schlatt-Haslen voraussichtlich über 80 neue Laptops kaufen müssen.

Kosten verursachen zudem die SEBA (Schulergänzende Betreuungsangebote), die im August 2023 eingeführt wurden. Jeweils montags werden zwischen vier und sieben Schulkinder zwischen 11.15 Uhr und 17.30 Uhr im Rössli Haslen betreut.

Ein weiterer ergiebiger Posten sind die grossen Jahrgänge, die nach der Schulzeit in Haslen in Appenzell unterrichtet werden. Das wird die Schulgemeinde Schlatt-Haslen gemäss heutigen Zahlen die nächsten zehn Jahre durchschnittlich pro Jahr über 700’000 Franken kosten.

Nein zum Verkauf

«Bei unseren Abklärungen in Bezug auf unsere finanzielle Situation sind wir zum Schluss gekommen, Ihnen den Verkauf des alten Schulhauses an der Dorfstrasse 51 in Haslen vorzuschlagen», sagte Beat Rechsteiner den 84 Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle Haslen. Nicht nur Bürger, sondern auch der Schulrat habe sich Überlegungen zur Frage gemacht, ob man in der heutigen Zeit eine Liegenschaft verkaufen sollte. Der Schulrat habe sich jedoch aus verschiedenen Gründen entschlossen, den Verkauf vorzuschlagen. Präsident Beat Rechsteiner:  «Das Gebäude ist nicht betriebsnotwendig, da es nicht in den Schulbetrieb integriert werden kann. Mit dem Verkauf der Liegenschaft kann das strukturelle Defizit massiv reduziert werden. Zurzeit sind die Verkaufspreise gut und wir alle wissen nicht, wie lange dies noch so sein wird. Zudem wären wir weiterhin in Besitz von zwei Schulhäusern und dem Schwesternhaus in Haslen. Im Grundsatz ist es nicht die Aufgabe einer Schulgemeinde, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Aus unserer Sicht soll die Schulgemeinde Schlatt-Haslen auch zukünftig bezüglich Steuerfuss attraktiv bleiben».

Vor der Abstimmung über den Antrag gab es lediglich zwei Wortmeldungen. Davon war nur ein Votum, das sich gegen den Verkauf aussprach. Es schien, die Meinungen waren ohnehin schon längst gemacht worden, denn der Antrag für den Verkauf wurde klar verworfen.

Ebenso deutlich angenommen wurde hingegen der Antrag, den Steuerfuss um 4% auf 67% zu erhöhen.

Neue Kassierin

Nach acht Jahren hatte Roman Kunz seine Demission als Schulkassier eingereicht. Zur Nachfolgerin gewählt wurde Gabriela Rechsteiner, Vorderhaslen 12. Sie ist Mutter von zwei Kindern und arbeitet bei der Kantonalbank in Appenzell. Zudem ist sie in der Rechnungsprüfungskommission des Bezirks Schlatt-Haslen.

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