Altem Putz zu neuem Glanz verhelfen

Die Gemeinde Herisau saniert in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege die Fassaden der Kreuzkapelle auf dem Friedhof Herisau. Soweit als möglich soll der originale Putz von 1917 zum Vorschein kommen, an anderer Stelle wird dieser «Zimmerliputz» neu aufgetragen.

  • Die Fassade der Kreuzkapelle wird saniert. (Bild: zVg)

    Die Fassade der Kreuzkapelle wird saniert. (Bild: zVg)

Seit einigen Tagen laufen die Arbeiten an der Fassade der Kreuzkapelle auf dem Friedhof Herisau. 2020 hatten sich nach Unwettern grosse Teile des Verputzes abgelöst. Eine anschliessende Untersuchung brachte grossen Sanierungsbedarf an den Fassaden zu Tage, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt.

Der älteste Putz hält noch immer

Die Untersuchung zeigte, dass die Fassade bei der letzten Sanierung in den 90er-Jahren teilweise neu verputzt worden ist. Nach und nach wurden zudem zusätzliche, dichte Farbschichten aufgetragen, was nun zu den Abplatzungen geführt hat. Der ursprüngliche, sogenannte Zimmerpliputz, der darunter zum Vorschein kam, erfüllt dort, wo er erhalten geblieben ist, noch immer seinen Zweck. An der Westfassade ist diese Putzschicht bei der letzten Sanierung allerdings entfernt worden.

Fassade wird zur Hälfte restauriert und zur Hälfte erneuert

Nach dem Motto «Reparatur statt Ersatz» hat sich die Gemeinde Herisau mit Unterstützung der Kantonalen Denkmalpflege entschieden, auf zwei Fassaden den originalen Putz freizulegen und vorhandene Schadstellen zu reparieren, wie es weiter heisst. Bei der Süd- und Westfassade wird ein neuer Putz auf der Basis der ursprünglichen Rezeptur mit ihrem typischen beigen Farbton aufgetragen. Dieser Farbton wurde 2008 bereits bei der Sanierung der die Kapelle umgebenden Flächen aufgenommen.

Spuren der Zeit bleiben sichtbar

Die Arbeiten werden durch das Herisauer Unternehmen Kessler Gips ausgeführt. Die Kapelle wird nach der Sanierung in ihrer ursprünglichen Erscheinung wie vor rund 100 Jahren dastehen, was aus architektonischer und denkmalpflegerischer Sicht ein Gewinn ist. Dabei ist es in erster Linie das Ziel, das authentische Baudenkmal soweit als möglich zu bewahren, und nicht eine möglichst einheitliche, makellose Fassade zu schaffen. Denn der Alterswert eines Gebäudes besteht auch darin, dass sein Alter mit den im Lauf der Zeit entstanden Brüchen und Beschädigungen und seiner Patina weiterhin ablesbar bleiben.

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