Abschlussquoten und Lehrauflösungen: Innerrhoden auf vorbildlichem Weg

Das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Appenzell Innerrhoden wird immer wieder angefragt, wie hoch die Abschlussquote auf Sekundarstufe II ist und wie viele Lehrverträge durchschnittlich aufgelöst werden. Insbesondere im Bereich der Abschlussquote belegt Appenzell Innerrhoden regelmässig einen Spitzenplatz unter den Kantonen.

  • Im Jahr 2021 hatten in Appenzell Innerrhoden alle 25-Jährigen einen Abschluss auf Sekundarstufe II in der Tasche. (Symbolbild: Archiv app24)

    Im Jahr 2021 hatten in Appenzell Innerrhoden alle 25-Jährigen einen Abschluss auf Sekundarstufe II in der Tasche. (Symbolbild: Archiv app24)

In der Schweiz wird gemäss Bundesamt für Statistik jedes vierte Lehrverhältnis aufgelöst. Im Kanton Appenzell Innerrhoden liegt die Quote der Lehrauflösungen bei rund 20 Prozent. Demgegenüber betrug die Abschlussquote 2021 aller 25-Jährigen auf Sekundarstufe II, also mit einem Abschluss einer beruflichen Grundbildung oder Mittelschule, in Appenzell Innerrhoden tatsächlich 100 Prozent. Dieser Wert ist der Beweis dafür, dass auch nach einer Lehrauflösung eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann, so schreibt das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung in seiner Mitteilung.

Erstabschluss auf Sekundarstufe II

Sobald die obligatorische Schulzeit von rund neun Jahren abgeschlossen ist, besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule oder eine berufliche Grundbildung zu absolvieren und so einen Erstabschluss auf Sekundarstufe II zu erlangen. Auf dieser Stufe erwerben die Jugendlichen die Qualifikationen, die ihnen den Zugang zu einer höheren Berufsbildung beziehungsweise zur Hochschulbildung ermöglichen oder sie auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt als Fachkraft vorbereiten. Ein politisches Ziel von Bund und Kantonen sowie von Arbeitnehmerorganisationen ist es, dass 95 Prozent der Jugendlichen bis zum 25. Lebensjahr einen Abschluss auf Sekundarstufe II in der Tasche haben.
Schweizweit ist dieses Ziel noch nicht erreicht. Hingegen beweist der Kanton Appenzell Innerrhoden mit einer 100-Prozent-Quote, dass dies möglich ist. An diesem Erfolg beteiligt sind insbesondere Lehrpersonen der Oberstufe und des Gymnasiums St. Antonius, die Lehrbetriebe und das Case Management der Berufsbildung des Kantons. Letzteres basiert auf der persönlichen Beratung und Unterstützung der Jugendlichen.

Stand der Lehrauflösungen

Das Bundesamt für Statistik erstellt jährlich einen Vergleich bezüglich Lehrauflösungen. Die Zahlen schwankten im Kanton Appenzell Innerrhoden in den letzten fünf Jahren zwischen 16 und 28 Prozent. Gesamtschweizerisch liegt der Durchschnitt im Jahr 2022 bei 24 Prozent.

Die Lehrvertragsauflösungsquote ist bundesweit bei einem zweijährigen Lehrabschluss mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) rund 2 Prozent höher als bei einem drei- oder vierjährigen Lehrabschluss mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Die Gründe für Auflösungen von Lehrverträgen sind unterschiedlicher Natur und reichen von einer falschen Berufswahl über gesundheitliche Probleme oder mangelhafte schulische Leistungen bis zu strukturellen Änderungen im Lehrbetrieb.

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