Abkühlung in der Ostschweizer Wirtschaft verlangsamt sich

Der Abwärtstrend in der Ostschweizer Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten verlangsamt. Dies liegt vor allem an den exportorientierten Branchen, in denen sich die Lage stabilisiert hat, schreibt die IHK St.Gallen-Appenzell im jüngsten Konjunkturboard.

  • (Symbolbild: Bigstock)

    (Symbolbild: Bigstock)

Die Abkühlung hat aber auch im Binnenmarkt erste Spuren hinterlassen. Insgesamt präsentiert sich dieser nach wie vor robust und stützt die wirtschaftliche Entwicklung in der Ostschweiz.
Die wirtschaftliche Situation zeigt sich bei den Ostschweizer Unternehmen im dritten Quartal weiterhin solide. Nach wie vor besteht eine grosse Diskrepanz zwischen Binnenmarkt und Exportsektor. Letzterer leidet unter der schwachen Wirtschaftsentwicklung im Ausland. Insbesondere bei den wichtigen Handelspartnern Deutschland und China ist die Wirtschaft ins Stocken geraten. Gut die Hälfte der Industrieunternehmen berichtet von einer ungenügenden Nachfrage. Die Geschäftslage hat sich in der Ostschweiz knapp im positiven Bereich stabilisiert. Der Stimmungsbarometer hat weiter nachgegeben und liegt nun deutlich unter der wichtigen Marke von 100 Punkten.

Binnenmarkt weiter robust

Die wirtschaftliche Abkühlung erreicht vermehrt auch die binnenorientierten Branchen. Die Geschäftslage im Detailhandel hat sich zuletzt leicht verschlechtert und wird nun erstmals seit zweieinhalb Jahren «nur» als neutral beurteilt. Insgesamt beobachtet der Detailhandel eine zunehmende Preissensitivität der Kunden. Trotz zuletzt schwächerer Nachfrage dürfte der Detailhandel auch in den kommenden Monaten stützend für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirken. «Der Detailhandel blickt positiv auf die weitere Geschäftsentwicklung und rechnet mit einem positivem Weihnachtsgeschäft», erläutert IHK-Chefökonom Jan Riss. Im Bausektor wird die aktuelle Lage weiterhin als gut eingeschätzt. Vor allem im Baunebengewerbe sind die Auftragsbücher voll. «Unterstützend wirken vor allem energetische Sanierungen bestehender Immobilien», begründet Jan Riss. Trotz Zinsanstieg und einem Rückgang der Neubautätigkeit berichten auch die Unternehmen des Bauhauptgewerbes noch kaum von einer Abkühlung.

Personalrekrutierung «herausfordernd»

Trotz wirtschaftlicher Abkühlung und nachlassender Nachfrage ist in den meisten Branchen der Mangel an Arbeitskräften weiterhin die grösste Herausforderung. «Über die Hälfte der Bauunternehmen in der Ostschweiz berichten derzeit von einem Mangel an Arbeitskräften», so Jan Riss. Auch in anderen Branchen, wie etwa dem Gastgewerbe, bekunden die Unternehmen weiterhin Mühe, geeignetes Personal zu finden.

Weitere Artikel

  • Symbolbild: bigstock

Schreibe einen Kommentar