85 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt

Mit den vier Drohnen mit Wärmebildkamera, die durch die Jagdverwaltung, dem Patentjägerverein, dem Bauernverband Appenzell-Ausserrhoden und mit Hilfe von Stiftungsgeldern beschafft werden konnten, wurden in Appenzell-Ausserrhoden 85 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt.

  • Start der Drohne in den frühen Morgenstunden. (Bilder: zVg)

    Start der Drohne in den frühen Morgenstunden. (Bilder: zVg)

  • Monitor des Piloten, weisser Punkt ist ein warmes Objekt, eventuell ein Rehkitz, eine Katze oder ein Fuchs.

    Monitor des Piloten, weisser Punkt ist ein warmes Objekt, eventuell ein Rehkitz, eine Katze oder ein Fuchs.

  • Rehkitz im hohen Gras.

    Rehkitz im hohen Gras.

  • Ein nach dem Mähen wieder in die Freiheit entlassenes Rehkitz.

    Ein nach dem Mähen wieder in die Freiheit entlassenes Rehkitz.

  • Der Pilot, ein interessierter Landwirt erhält Erklärungen von der Co-Pilotin auf dem Tablet.

    Der Pilot, ein interessierter Landwirt erhält Erklärungen von der Co-Pilotin auf dem Tablet.

Seit dem 9. Mai standen bei Mähwetter jeweils ab 4 Uhr Drohnenteams im Einsatz, welche aus einem Drohnenpilot und ein bis zwei Jägern als Bodenmannschaft bestanden. Die Piloten setzten sich aus Jägern, aber auch Personen, die Freude am Drohnenfliegen oder an der Natur haben, zusammen. Die Bodenmannschaft, welche nur aus Jägern bestand, behändigten die Kitze und sicherten diese am Waldrand im Schatten unter einem Harass, bis der Landwirt die Wiese gemäht hatte, wie der Ausserrhoder Patentjägerverein in einer Mitteilung schreibt. Anschliessend entliess der Landwirt die Kitze wieder in die Freiheit. Die Rehgeiss (Mutter der Rehkitze) nahm sich kurze Zeit später wieder den Rehkitzen an.

Ab anfangs Juni hatten die Kitze teilweise eine Grösse erreicht, dass sie beim Herannahen der Bodenmannschaft die Flucht aus den Wiesen ergriffen. Auch fühlten sich gewisse Rehgeissen durch die Drohne gestört. Diese entfernte sich dann oftmals zusammen mit ihren Kitzen aus den Wiesen.

Schwergewichtig wurden die Landwirte im Appenzeller Vorderland mit Sucheinsätzen bedient. Wenn noch Kapazitäten vorhanden waren, wurden auch Einsätze im restlichen Appenzellerland geflogen. Die Landwirte meldeten ihre gewünschten abzufliegenden Flächen am Vortrag bei der Einsatzzentrale an. Organisiert wurden die gesamten Drohneneinsätze durch einen Jäger.
Je Einsatzteam wurden an einem Morgen bis zu zwölf Flächen abgeflogen. Es wurden im ganzen Appenzellerland so 275 Wiesen mit zirka 1150 Hektaren abgesucht, wie es weiter heisst.

Die Einsätze können nur bis etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang geflogen werden, weil sich die Wiesen danach rasch erwärmen. Dadurch sind keine Temperaturunterschiede mit der Wärmebildkamera zwischen Umgebung und Rehkitzen mehr messbar und die Suche wird sehr schwierig.
Die Ausserrhoder Jäger danken allen Landwirten für ihre Mithilfe.

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