2130 Solarmodule für 850’000 Kilowattstunden

In wenigen Wochen geht in Urnäsch eine der grössten Photovoltaikanlagen im Appenzellerland ans Netz. Auf dem Dach und an der Fassade der «Tisca»-Liegenschaft im Tal werden 2130 Module mit einer Gesamtfläche von 4250 Quadratmetern jährlich 850’000 Kilowattstunden elektrische Energie produzieren.

  • Matthias und Nick Tischhauser (Mitte) lassen sich von SAK-Mitarbeiter Thomas Rechsteiner auf dem Dach des Produktionsgebäudes über den Stand der Arbeiten informieren.(Bild: pd)

    Matthias und Nick Tischhauser (Mitte) lassen sich von SAK-Mitarbeiter Thomas Rechsteiner auf dem Dach des Produktionsgebäudes über den Stand der Arbeiten informieren.(Bild: pd)

Den Verantwortlichen des ausser­rhodischen Textilunternehmens «Tisca Tischauser AG» sei die Nutzung erneuerbarer Energie ein wichtiges Anliegen, betonen die Geschäftsleitungsmitglieder Nick und Matthias Tischhauser bei einem kürzlichen Augenschein auf dem Dach des Fabrikgebäudes in Urnäsch. So wurde bereits Ende 2020 auf dem Dach der «Tisca»-Liegenschaft an der Unterdorfstrasse in Urnäsch (Swifiss) eine 1300 Quadratmeter grosse Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Auch auf dem Dach der «Tisca»-Lagerhalle in Bühler wandeln seit längerem Solarmodule die Sonneneinstrahlung in Energie um.

50 Prozent des Eigenbedarfs gedeckt

Eine Besonderheit der Anlage in Urnäsch ist der Umstand, dass zur Stromerzeugung sowohl die Dachfläche als auch die Westfassade Richtung Schwägalp genutzt werden. Photovoltaikanlagen auf dem Dach sind grundsätzlich effizienter. In der Vertikalen ist der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ungünstiger. Fassadenanlagen bieten jedoch eine sichere Stromproduktion im Winter.

Die gesamte zur Stromerzeugung genutzte Fläche in Urnäsch beträgt 4250 Quadratmeter, davon sind rund 280 Quadratmeter Fassadenfläche. Produziert werden jährlich 850’000 Kilowatt erneuerbare Energie, was etwa dem Verbrauch von 213 Vier-Personen-Haushalten entspricht. «Für uns bedeutet das, dass wir etwa die Hälfte der produzierten Energie für unseren Betrieb in Urnäsch selber und umweltfreundlich produzieren», sagt Nick Tischhauser. «Wir versuchen diesen Anteil noch zu erhöhen, indem wir unseren aktuellen Lastgang dahingehend anpassen, dass wir möglichst viel Strom von der Anlage auf dem Dach beziehen können, also unseren Strombedarf auf die Stromproduktion optimieren.»

Zuerst musste Dach saniert werden

Bevor auf dem «Tisca»-Fabrikgebäude in Urnäsch mit der Montage der Photovoltaikanlage begonnen werden konnte, musste das Dach saniert werden. Mit der «Altherr Urnäsch AG» wurde dafür ein einheimischer Gewerbebetrieb beauftragt. Erstellt wurden die Anlagen auf den Dächern aller drei «Tisca»-Liegenschaften im Rahmen des Photovoltaik-Contractings der «St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG» (SAK). Die «Tisca» stellt der SAK das Dach für die Montage einer Photovoltaikanlage zur Verfügung. Projektierung, Bau und Unterhalt werden von der SAK finanziert. Die «Tisca» erhält im Gegenzug den von der Anlage produzierten Strom zur eigenen Nutzung zu einem Fixpreis. Als Entschädigung für die Dachnutzung erhält die «Tisca» zudem eine gewisse Menge an Solarenergie zum Nulltarif, so heisst es in der Medienmitteilung.

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