2024 ist Schluss

Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine prägende Phase in einem Unternehmen und in seinem Leben zu beenden? Dieser Frage haben sich Damaris und Christian Lienhard zu stellen, die Gastgeber im Hotel Hof Weissbad. Seit 1994 haben sich die beiden mit Herzblut und Einsatz dem Hotelbetrieb im Weissbad verschrieben.

  • Damaris und Christian Lienhard geben 2024 das Hotel Hof Weissbad ab. (Bild: zVg)

    Damaris und Christian Lienhard geben 2024 das Hotel Hof Weissbad ab. (Bild: zVg)

Nächstes Jahr beenden Damaris und Christian Lienhard ihre gemeinsame Tätigkeit in der Führung des Hotels Hof Weissbad. Nicht, um sich zur Ruhe zu setzen, sondern um der jüngeren Generation Platz zu machen und sich (auch) neuen Aufgaben zuwenden zu können.

In jungen Jahren verdiente sich Christian Lienhard als Projektleiter beim Bau des Hotels Giardino in Ascona seine Sporen ab. Als Stellvertretender Direktor von Hans C. Leu erlebte er im «Giardino», wie man aus dem Nichts ein Hotel aufbaut. Etwas, das ihm später zum Vorteil werden sollte. Im «Giardino» lernte er auch seine spätere Frau Damaris kennen. Über Gstaad führte der gemeinsame Weg in den Kanton Appenzell Inner­rhoden, wo sie 1994 als junges Paar die Verantwortung für das neue Hotel Hof Weissbad übernahmen.

Rasch zum dauerhaften Erfolg

Der Start war alles andere als einfach. Als die beiden mit dem Aufbau des 32-Millionen-Projekts Hof Weissbad begannen, war die Skepsis in der Öffentlichkeit nach der 20-jährigen Schliessung des Vorgänger-Kurhotels sehr gross. Ein Jahresbetrieb praktisch «am Ende der Welt» war für die meisten fast nicht vorstellbar.

Mit Einsatz, Fachkenntnis und Durchhaltewillen schafften Damaris und Christian Lienhard das, was Einheimische und kritische Fachleute damals kaum für möglich hielten: Bereits ab dem dritten Jahr wurden schwarze Zahlen geschrieben. Nach nur fünf Jahren lag die Auslastung konstant auf dem Schweizer Rekordniveau von über 90 Prozent.

Diverse Auszeichnungen

Das Hotel Hof Weissbad ist bis heute ein wirtschaftlich stabiler Betrieb. Seit der Eröffnung wurde vieles anders – und besser. Satte 100 Millionen Franken wurden insgesamt investiert, um den Hof Weissbad unter die besten Häuser im Land zu bringen. Mit einer Investition von 10 Millionen Franken wurde erst gerade das neue Spa eröffnet. Jetzt freuen sich Damaris und Christian Lienhard, dass das Resort mit seinen 222 Mitarbeitenden endlich fertig gebaut ist.

Den geschäftlichen Erfolgen folgten bald einmal Auszeichnungen. So wurden Christian und Damaris Lienhard vor neun Jahren in der «Sonntagszeitung» zu den «Hoteliers des Jahres» gekürt. Gefreut hat die beiden aber auch, dass sie vier Mal zum «Arbeitgeber des Jahres» und einmal zum «freundlichsten Hotel des Jahres» gewählt wurden. Weil in den 30 Jahren über 250 Lehrlinge ausgebildet wurden, brachte ihnen diese Leistung zusätzlich den «Förderpreis der Hans-Huber-Stiftung» für ihren Einsatz im Dienst der dualen Berufsbildung ein.

Eine Herzensangelegenheit

Das Hotelier-Paar hat sich entschieden, im Sommer 2024 das Zepter im Hotel Hof Weissbad weiterzugeben. Mit Stolz dürfen Damaris und Christian Lienhard zurückblicken auf das, was sie in 30 Jahren erschaffen haben. Bestimmt wird auch etwas Wehmut mit dabei sein. «Kein Tag war wie der andere, es gab täglich neue und spannende Begegnungen mit Gästen, Mitarbeitenden und Einheimischen. Das ist der schönste Lohn für die Arbeit als Hotelier», betonen Damaris und Christian Lienhard. Die Erfolgsgeschichte des Hotels Hof Weissbad soll unter neuer Führung weitergehen. Die Weichen dazu werden aktuell gestellt. Beide langjährigen Stellvertreter, Roberto Wittwer und Christian Huber, bleiben dem Unternehmen Hof Weissbad erhalten.

Christian Lienhard steht dem Hof Weissbad weiterhin als Verwaltungsrat zur Seite und bringt seinen Erfahrungsschatz in strategischen Belangen ein. Er ist bereits heute in einem Teilzeitpensum im Tessiner Restaurant-Imperium des kürzlich verstorbenen Fred Feldpausch tätig. Als Verwaltungsratspräsident unterstützt er dort den CEO. Als Verwaltungsrat bei der «Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt AG» ist Christian Lienhard ferner in die Planung eines Drei-Sterne-Hotels direkt im Hafen von Romanshorn involviert. Damaris Lienhard freut sich auf eine längere Sommerpause und lässt sich noch nicht ganz in die Karten blicken. Sie wird sich für das eine oder andere spannende Projekt umsehen. An der «Coach Akademie Schweiz» (CAS) hat sie sich kürzlich zum Team- und Gesundheitscoach weiterbilden lassen.

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  • (Symbolbild: hr)

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