10 Jahre Zeughaus Teufen: Eine temporäre Wunderkammer

Im Zeughaus Teufen befinden sich derzeit Gastobjekte von über zwanzig Institutionen aus den beiden Appenzell und dem Kanton St.Gallen. Unter anderem sind das Grabkreuz von Carl Walter Liner, eine Tierscheuche aus dem Museum Appenzell, hochtoxische Spielsoldaten aus Trogen, Klausenhauben und vieles mehr ausgestellt.

  • Im Zeughaus Teufen werden als Auftakt eines Jubiläumsreigens Gastobjekte gezeigt. (Bild: zVg)

    Im Zeughaus Teufen werden als Auftakt eines Jubiläumsreigens Gastobjekte gezeigt. (Bild: zVg)

Seit zehn Jahren ist neues Leben im Zeughaus Teufen eingekehrt. Neben der Dauerausstellung des Grubenmann-Museums werden immer wieder neue Projekte lanciert, mit dem Anspruch eine leicht erweiterte Sicht auf die Welt gewinnen zu können. Ausgehend vom Werk der ehrwürdigen Baumeisterfamilie wurden in den letzten zehn Jahren mehr als sechzig Ausstellungen entwickelt, welche Themen der Baukultur im Allgemeinen, sowie lokale Phänomene ins Zentrum der Untersuchungen rückten.

Die institutionelle Verbundenheit, sowie für Projekte punktuell entwickelte Beziehungen, bilden den Anlass des ersten Teils eines Jubiläumsreigens. Für die Zwischenstellung «Freund:innen zu Gast» wurden mehr als zwanzig Institutionen angefragt, ob sie einen Beitrag leisten würden. Dieser kann auch aus Objekten bestehen die in ihren Häusern nicht ausgestellt werden können. So kam nun eine wunderbare Sammlung von unterschiedlichsten Objekten zusammen. Viele der Objekte bilden auch die Adressaten ab, widerspiegeln die schöne Beziehung im weiten Feld der Freundschaften und bilden so zusammen eine Art Wunderkammer, also einer Urform des Museums.

Es scheinen viele Beziehungen auf, welche wohl erst in einer Wunderkammer möglich sind. Fritz Soltermanns wundersames Schloss aus dem Museum Lagerhaus wetteifert mit Solenthalers Klausenhauben aus dem Brauchtumsmuseum Urnäsch. Vis à vis liegt der Lehrvertrag von Otto Bruderer mitsamt Prüfungsfragen, Zeichnungen und Werkzeugen. Daneben ein Paket Tierscheuchen aus dem Museum Appenzell, flankiert von einem Schaukelpferd und einer raren Puppe aus der Spielzeugsammlung Waldfee aus Wald. Alles gerahmt von Zeichnungen aus dem Kinderdorf Pestalozzi und einer Schädelsammlung aus dem Museum Heiden. Das Schützenmuseum Trogen stellte Trophäen zusammen, das Museum Gais brachte eine Leinenpresse, welche nun mit dem Grabkreuz von Karl Liner in einer Reihe steht. Im Raum hängt eine historische Rettungsrutsche aus dem Museum Herisau, und es stehen zwei «Bschüttitrucken» aus dem Volkskundemuseum Stein neben einem seltsam anmutenden Turm aus Sitterwerkschubladen mit Biberfrass und einer Bar aus den Beständen der Visarte Ost.

Weitere seltsame Objekte laden zum Rätseln ein. So etwa ein Ei aus dem Schloss Werdenberg oder diverse eigenartige Objekte aus dem Kunstmuseum St. Gallen.

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