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Was macht eigentlich eine Mobile Sozialarbeit?

Für die Mobile Sozialarbeit bedeuten die Sommermonate Hochsaison. Ihr Aufgabenfeld reicht vom Sommerferienprogramm mit Ausflügen bis hin zu Interventionen gegen Littering und Lärm.

  • Sabrina Jaggi (links) und Elena Grob führen die Mobile Sozialarbeit. (Bild: gk)

    Sabrina Jaggi (links) und Elena Grob führen die Mobile Sozialarbeit. (Bild: gk)

Es ist kurz vor 14 Uhr an einem Sommernachmittag. Das Haus Wiesental an der Bahnhofstrasse öffnet heute eigentlich um 15 Uhr. Trotzdem trifft bereits jetzt eine junge Frau im Gemeinschaftszentrum ein. «Du kannst trotzdem reinkommen», sagt Sabrina Jaggi, Leiterin der Mobilen Sozialarbeit Herisau. Die Frau setzt sich auf den Balkon und beginnt zu stricken. Kurz darauf setzen sich zwei Männer in den Garten und unterhalten sich.

«Sommer ist für uns Hochsaison», sagt Sabrina Jaggi. Sie und ihre Mitarbeiterin Elena Grob empfangen jeweils um die 80 Besucherinnen und Besucher pro Woche. Die meisten von ihnen haben einen Migrationshintergrund, aber auch Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Haus Wiesental als Treffpunkt und um Anschluss in der Gesellschaft zu finden. Bei Problemen verweisen Sabrina Jaggi und Elena Grob die Hilfesuchenden an entsprechende Fachstellen und bieten Begleitung für den ersten Schritt an. Im Winter oder bei schlechtem Wetter ist das Haus hingegen – anders als man es hierzulande erwarten würde – weniger gut besucht. «In vielen Kulturen kennt man die Kälte und den Schnee nicht und geht darum gar nicht erst aus dem Haus.»

Gemeinsam ans Sommernachtsfest
Während der Sommerferien hatte das Gemeinschaftszentrum geschlossen. Aber nicht etwa, weil das Team der Mobilen Sozialarbeit in den Ferien gewesen wäre, im Gegenteil: In den Ferien soll den Besucherinnen und Besuchern etwas geboten werden, dieses Jahr beispielsweise Ausflüge an ein kleines Musikfestival, in die Schaukäserei und die Badi oder eine Flusswanderung. «Viele unserer Besucher könnten sich einen solchen Ausflug nicht leisten. Zudem fällt es in der Gruppe leichter, sich auf eine neue Erfahrung einzulassen», sagt Sabrina Jaggi. So besucht die Mobile Sozialarbeit mit ihren Besucherinnen und Besuchern auch die öffentlichen Anlässe in Herisau, von Sommernachtsfest bis Viehschau. «Unser Ziel ist, dass sie sich beim nächsten Mal auch ohne uns trauen und so am sozialen Leben im Dorf teilhaben können.»

Präsenz zeigen
Auch im zweiten Tätigkeitsbereich, der den Namen der Mobilen Sozialarbeit prägt, bedeutet der Sommer Hochsaison: Im Rahmen der aufsuchenden Sozialarbeit stattet das Team unter anderem den Schauplätzen von Littering und Lärmbeschwerden Besuche ab. «Wir sprechen die Leute an, die wir an diesen Orten antreffen, und zeigen Präsenz. Das hilft oft, um eine Situation zu verbessern und auch den Ärger oder die Verunsicherung in der Nachbarschaft zu lindern», erklärt Sabrina Jaggi.

Aufsuchende Sozialarbeit bedeutet aber auch, auf dem Generationenspielplatz Kreckel Sirup auszuschenken und offen auf die Leute zuzugehen. Damit ergänzen sich die Arbeit im Gemeinschaftszentrum Wiesental und auf der Strasse bestens, auch wenn sie sehr unterschiedlich sind. «Draussen können wir eine Beziehung zu den Leuten aufbauen und ihnen sagen, wo sie uns finden.» Ein solcher «Türöffner» sind auch die Börsen, wo einkommensschwache Familien und Einzelpersonen kostenlose Kleider oder Spielsachen erhalten. Dieses Angebot bringt nicht nur neue Kundschaft, sondern auch die breite Dorfbevölkerung in Kontakt mit dem Gemeinschaftszentrum Wiesental. «Viele der Spenderinnen und Spender sind sehr interessiert und bleiben gerne noch auf einen Kaffee», sagt Sabrina Jaggi. Sie hofft, über solche Kontakte bald auch wieder einen kleinen Stamm an Freiwilligen zu gewinnen, die gerne an einzelnen Tagen in die Gastgeberrolle schlüpfen. «Vor der Pandemie hatten wir ein solches
Team, da gab es Kochoder Spielabende, das war eine grosse Bereicherung.» Personen, die sich für ein solches Engagement interessieren, können sich jederzeit unverbindlich bei Sabrina Jaggi melden (Sabrina.Jaggi@herisau.ar.ch, 079 347 54 03).

Mobile Sozialarbeit Herisau
Die Mobile Sozialarbeit wurde 2018 in die Gemeindeverwaltung Herisau eingegliedert. Vorläufer war das private Quartierarbeitsprojekt «Selewie» aus dem Sägequartier, das seit Beginn von Sabrina Jaggi geleitet wurde. 2019 wurde das Haus Wiesental als Gemeinschaftszentrum bezogen. Der Auftrag der Mobilen Sozialarbeit umfasst das Führen des Gemeinschaftszentrums sowie die aufsuchende Sozialarbeit. Der Stellenetat für Sabrina Jaggi und Elena Grob beträgt 130 Prozent.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau.

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