gemeinde_herisau_logo

Was machen Lehrerinnen und Lehrer eigentlich in den Ferien?

In den Sommerferien liegen die Herisauer Lehrpersonen nicht einfach auf der faulen Haut. Sie setzen sich auch mit den bevorstehenden Unterrichtswochen auseinander – sowohl individuell als auch im Team.

  • Silvia Diem beim Einrichten ihres Schulzimmers. (Bilder: zVg.)

    Silvia Diem beim Einrichten ihres Schulzimmers. (Bilder: zVg.)

  • Andreas Stucki an der Weiterbildung in Luzern.

    Andreas Stucki an der Weiterbildung in Luzern.

«Toll, zwölf Wochen Ferien!» – so oder so ähnlich klingt es oft, wenn Lehrpersonen dem Gegenüber ihren Beruf preisgegeben haben. Doch auch gewisse Phasen der unterrichtsfreien Zeit stehen als Teil der Jahresarbeitszeit im Zeichen des Unterrichts. Die Lehrpersonen erstellen Quartals- und Wochenpläne, bereiten Elternabende vor, vertiefen sich in Lehrmittel und andere Unterlagen. Sie laminieren Kärtchen, aktualisieren die Telefonkette, tauschen sich mit Kolleginnen und Kollegen aus. Sie bereiten Arbeitsreihen vor, organisieren Material, kopieren Blätter.

Das Zimmer eingerichtet

Silvia Diem wird eine 1. Klasse mit elf Kindern in einem Pensum von 80 Prozent unterrichten. In einem Jahr wird ihre Stelle auf eine Doppelklasse aufgestockt. Sie hat dasjenige Zimmer im Landhaus bezogen, das von der Flüchtlingsklasse belegt worden war. Dass sie in ein Zimmer kam, in dem ausser Möbeln noch nichts vorhanden war, bezeichnet sie als speziell. «Es ist eine spannende Chance. Man schaut, was wirklich wichtig ist.» Die Schülerinnen und Schüler sollten über einen Arbeitsplatz verfügen, an dem konzentriertes Arbeiten möglich ist. Aber auch Bewegung, Abwechslung und Soziales haben Bedeutung. So hat Silvia Diem einen Klassenkreis und eine Spielecke vorgesehen. «Ich werde das Zimmer bis am 15. August so eingerichtet haben, dass ich finde: Es ist alles bereit.» Aber es werden Anpassungen vorgenommen. «Die Kinder werden natürlich in angemessener Weise in der Einrichtung mitwirken.»

Ideen und Inputs erhalten

Tradition haben die schweizerischen Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen in den Sommerferien. Sie fanden diesmal in Luzern statt. Andreas Stucki vom Schulhaus Waisenhaus hat den einwöchigen Kurs «Phänomenales Gestalten mit LED» besucht. Nebst seiner eigenen unterrichtet er zwei weitere Klassen im Werken. «Ich finde es spannend, auch mit neuen Materialien etwas zu machen.» Zusätzlich habe er schon bei früheren Kursteilnahmen den Austausch mit Lehrpersonen aus anderen Kantonen geschätzt, sagt Andreas Stucki. «Und im Rahmenprogramm konnte man kulturelle Anlässe geniessen.» Er freut sich, dass der Grossteil der Kurs- und Reisekosten von der Schule übernommen werden. Ariane Brunner vom Schulhaus Langelen hat eine zweitägige Weiterbildung zum Thema «Spielerisch zu einer besseren Klassenatmosphäre» besucht. Als Teamteachinglehrerin unterrichtet sie mehrere Klassen in verschiedenen Fächern. «Die Wirksamkeit von kleinen Spielen zwischendurch und von Bewegungspausen ist bekannt.» Nun habe sie Inputs erhalten, die sich vielfältig anwenden lassen. Sie schätzte es auch, ein gewisses Feriengefühl zu haben – «weg von zu Hause» – und gleichzeitig für die Schule einen Nutzen zu erhalten.

Planung und Absprachen

Grosse Bedeutung haben die Planung und Absprachen in einem Team. Mehrere Schuleinheiten setzen diese jeweils in der letzten Sommerferienwoche an. Dabei geht es nicht nur um Administratives wie die Pausenaufsicht oder die Benützung des Fussballplatzes. Jahresprogramme wollen besprochen und pädagogische Leitlinien diskutiert sein. «Viel Administratives erledigten wir schon am Nachmittag nach der Kantonaltagung», sagt Andrea Galli, Vorsteherin im Wilen. «Ämtchen werden aber neu definiert.» Sie trifft sich mit ihren elf Kolleginnen und Kollegen am Donnerstag und Freitag vor Schuljahresbeginn. Das habe sich bewährt – wie das gemeinsame Frühstück. Verschiedene Fragen werden nachher geklärt, Wünsche und Erwartungen besprochen. Sie hat mit den Lehrpersonen einen Rückblick zum vergangenen Jahr mit Ausblick auf das neue Schuljahr durchgeführt und wertet die Rückmeldungen aus. Vor einem Jahr habe sich das Team mit dem Programm «Neue Wege der Rechtschreibung» auseinandergesetzt. «Nun haben wir keine neue Lehrperson einzuführen, wir optimieren Bisheriges.» Zudem besteht Zeit für individuelle Arbeiten und Gespräche mit den Teamteaching-/Fachlehrpersonen. «Und wir bereiten die Quartalsbriefe an die Eltern vor.»

Eine Publikation der Gemeinde Herisau.

Weitere Artikel

  • (Symbolbild)

Schreibe einen Kommentar