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So viel Arbeit steckt im Wahlcouvert

Kommunale Gesamterneuerungswahlen, wie sie am 16. April wieder anstehen, sind jeweils eine Herausforderung für die Gemeindeverwaltung. Alleine das Verpacken des Wahlmaterials bedeutet 88 Arbeitsstunden – wenn alles nach Plan läuft.

  • Die Helferinnen sind alle seit Jahren im Einsatz für den Versand von Abstimmungs- und Wahlmaterial. (Bild: gk)

    Die Helferinnen sind alle seit Jahren im Einsatz für den Versand von Abstimmungs- und Wahlmaterial. (Bild: gk)

Im Ratsaal des Gemeindehauses herrscht konzentrierte Ruhe. Zwischen Rollbehältern, Kunststoffboxen und Kartonschachteln sitzen sechs Frauen in einem Rund aus Tischen. Jede von ihnen hat vor sich bunte Papierstapel aufgereiht: Violette Wahlzettel für den Gemeinderat, grüne fürs Gemeindepräsidium, rote und hellblaue Broschüren für den Einwohner- und den Kantonsrat, gelbe Couverts um alles zurückzusenden, weisse Edikte und Stimmausweise – all dies will ins Abstimmungscouvert gesteckt werden. Flink huschen die Finger von Stapel zu Stapel, jede Frau hat über die Jahre eine eigene Technik für das Verpacken der Wahlunterlagen entwickelt.

1,3 Tonnen Material
«Wir können auf langjährige Helferinnen zählen. Die Dienstälteste ist seit 18 Jahren dabei», sagt Tatjana Frischknecht. Die Gemeindeweibelin organisiert jeweils die Verpackungsaktionen im Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen. Für die Verpackung der knapp 1,3 Tonnen Material für die Gesamterneuerungswahlen werden insgesamt über 88 Fraustunden nötig sein. Und weil sich unter den
verpackten Wahlbroschüren für den Einwohnerrat auch fehlerhafte Exemplare befinden, muss wenige Tage später eine weitere Verpackungsaktion auf die Beine gestellt werden (siehe Kasten).

Hin und wieder bedient sich eine der Helferinnen am scheinbar unerschöpflichen Vorrat an Unterlagen im hinteren Teil des Saals. Eine andere wirft den Berg blauer Schutzstreifen für den Klebverschluss der Couverts, der sich vor ihr aufgetürmt hat, in den Papierkorb. Das Rascheln ist deutlich zu hören. Während der Arbeit wechselt das Team nur wenige Worte miteinander. «Man muss sich anstrengen, um mit dem Kopf bei der Sache zu bleiben», sagt eine der Helferinnen. Knapp zwei Tage dauert die Verpackungsaktion in diesem Jahr – den Nachversand nicht eingerechnet. Neun Rollbehälter, beladen mit insgesamt 9‘800 Abstimmungscouverts, liefert Weibelin Tatjana Schildknecht bei der Post ab. «Vor Abstimmungen und Wahlen bin ich besonders froh, dass die Post direkt neben dem Gemeindehaus liegt.»

Parteien spannen zusammen
Einen Einpack-Marathon haben auch die Herisauer Parteien hinter sich, die ihre Wahlwerbung in einer gemeinsamen Sendung an die Stimmberechtigten gebracht haben. «Sie haben die Wahl», heisst es auf dem Couvert, das die Logos von EVP, FDP, Gewerbeverein, GLP, Mitte, Parteiunabhängigen, SP und SVP trägt. Der gemeinsame Versand fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Die schwierige Suche nach Kandidierenden sei der Auslöser für die Kooperation gewesen. Daher habe der erste Versand eine Broschüre mit allgemeinen Informationen zur Politik in Herisau enthalten, sagt Mathias Steinhauer. Der Präsident der EVP Herisau ist dieses Jahr für die Koordination des Versands zuständig. «Es ist eine schöne Möglichkeit zu zeigen, dass die Parteien trotz aller politischen Differenzen auch zusammenarbeiten können.» Und natürlich sei ein gemeinsamer Versand auch günstiger.

Stimmrechtsbeschwerden und Nachversand der Einwohnerratslisten 3 und 4
Beim Versand des Wahlmaterials befanden sich teilweise fehlerhafte Broschüren für die Einwohnerratswahl in den Wahlcouverts. Darin fehlten die Listen 3 und 4, während die Listen 2 und 5 doppelt enthalten waren. Der Fehler ereignete sich beim Heften der Unterlagen durch die Appenzeller Druckerei AG. Betroffen waren unter 2 Prozent der Wahlunterlagen. Da sich nicht feststellen lässt, welche Stimmberechtigten fehlerhafte Unterlagen erhalten haben, wurden die Listen 3 und 4 sämtlichen Stimmberechtigten in einem Nachversand zugestellt. Beim Regierungsrat sind in Zusammenhang mit den fehlerhaften Unterlagen zwei Stimmrechtsbeschwerden eingereicht worden. Der Entscheid darüber steht noch aus. Aktuelle Informationen sind jeweils auf www.herisau.ch zu finden. Dem Gemeinderat ist es ein grosses Anliegen, eine saubere, faire und korrekte Wahl des Einwohnerrates zu gewährleisten. Er hofft, dies mit den getroffenen Massnahmen sicherstellen zu können.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau.

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