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Max Eugster im Interview: «In Herisau läuft viel, das wird so bleiben»

Das Jahr 2023 geht bald zu Ende. Der Herisauer Gemeindepräsident Max Eugster gibt Auskunft über das Geschehen in den vergangenen Monaten und blickt auf das kommende Jahr.

  • Gemeindepräsident Max Eugster blickt auf das Jahr zurück.

    Gemeindepräsident Max Eugster blickt auf das Jahr zurück.

Wie sieht Ihr Rückblick auf 2023 zu den Stichwörtern Gemeindefinanzen und Gemeindeordnung aus?
Der Jahresabschluss 2022 fiel sehr gut aus, grösstenteils dank Steuern aus den Vorjahren und guter Ausgabendisziplin der Verwaltung. Der Einsparungsmasterplan ist spürbar. Für 2024 bleibt die finanzielle Situation aber angespannt; der Gemeinderat beobachtet aufmerksam weiter und nimmt Einfluss. Neben der Beratung der Gemeindeordnung formulierte der Einwohnerrat an der dritten Lesung einen Eventualantrag. Die Volksabstimmung lehnte beides am 18. Juni ab. In deren Vorlauf wurde vor allem das Finanzreferendum für Voranschlag und Festsetzung des Steuerfusses und das Ausländerstimmrecht öffentlich diskutiert. Vor einer Neuaufnahme der Arbeiten soll die Revision der Kantonsverfassung abgewartet werden.

Mit dem Bahnhof resp. dem Bushof hat ein riesiges Projekt Fahrt aufgenommen…
Der neue Strassenknoten des Kantons ist voll befahrbar und steht vor der Fertigstellung. Die Ausführungsplanung zum Gemeindeprojekt inklusive Ausschreibungen läuft auf Hochtouren, die Finanzierungsvereinbarung ist beim Bund eingereicht. Im Frühling 2024 starten die Bauarbeiten des Gemeindeprojekts; parallel laufen erste Arbeiten der Arealentwicklung.

Ein anderer wichtiger Punkt betraf den Sport.
Der Gemeinderat hat das Gemeindesportanlagenkonzept GESAK genehmigt und strategische Entscheide für eine Neuausrichtung der Abteilung Sport gefällt. Im April nahm Markus Rosenberger als neuer Abteilungsleiter seine Arbeit auf. Die Umsetzung der Massnahmen läuft auf verschiedenen Ebenen. Die Organisation und Geschäftsfelder werden überprüft, betriebliche Optimierungen und Erneuerungen in der Infrastruktur vorgenommen. Mit Vereinen wurden Gespräche zur Optimierung der Belegungen geführt. Die Belegungen und der Verkauf werden gestärkt mit dem Ziel, höhere Einnahmen zu erreichen.

Das Legislaturprogramm 2019 – 2023 ist ausgelaufen. Wie geht es weiter?
Der Gemeinderat erstattet dem Einwohnerrat im Januar Bericht zum Programm 2019 – 2023 und unterbreitet das Legislaturprogramm 2023 – 2027 zur Kenntnisnahme.

Welche weiteren Themen möchten Sie im Rückblick erwähnen?
2023 war ein Jahr der Gesamterneuerungswahlen. Die Stimmberechtigten bestellten den Einwohnerrat, den Gemeinderat und die Delegation von Herisau im Kantonsrat neu. In der Schule löste Alex Porta Michael Häberli als Abteilungsleiter ab, Pascal Schmukli wurde Schulleiter der Oberstufe. Im Asyl- und Flüchtlingsbereich war unsicher, ob aus dem Krieg in der Ukraine weitere Flüchtlinge aufzunehmen sind. Dies war aber nicht der Fall. Viele Flüchtlinge integrierten sich in die Arbeitswelt. Generell spürte auch Herisau die Zunahme der Asylgesuche, die Aufnahmen liessen sich mit angepassten Strukturen gut bewältigen.

Es gab 2023 auch spezielle Ereignisse. Im September fand BIGNIK eine grosse Resonanz. Und im November wurden Sie von der Absage des bisherigen Glühweinhüttenbetreibers überrascht.
BIGNIK war eine sehr gelungene Veranstaltung, sie zeigte eindrücklich, wie das Zentrum für einmal ohne Verkehr viel Aufenthaltsqualität bot. Positiv war auch, dass nach der Absage der Glühweinhütte auf dem Obstmarkt kurzfristig mehrere Eingaben erfolgten und schnell eine Alternative möglich wurde. Es ist erfreulich, was in unserem Dorf Positives möglich ist und konkret geschaffen wird.

Wie sieht Ihr Ausblick auf 2024 aus, etwa betreffend Zubringer Appenzellerland und Obstmarkt?
Es läuft viel, die Geschäftslast ist hoch, das wird so bleiben. Der Gemeinderat kann sich auf eine engagierte und gute Verwaltung stützen – dafür sind wir dankbar. Der «Zubringer Appenzellerland» beschäftigt weiter. Der Bundesrat hat ihn nach breit benutztem Vernehmlassungsverfahren ins Strassenbauprogramm aufgenommen und die Belastung der Durchfahrt Herisau anerkannt. Im Sommer fiel der Startschuss zur Korridorstudie, Ergebnisse liegen voraussichtlich Ende 2024 vor. Das Projekt Obstmarkt ist erarbeitet und auf dem politischen Weg. Es wird im Januar im Einwohnerrat beraten.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau.

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