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Herisauer Badi startet am 6. Mai in die Saison: Wie sehen die Tage vor der Eröffnung …

Am Samstag, 6. Mai um 10 Uhr, eröffnet das Freibad Sonnenberg die neue Saison. Silvan Wick ist seit sieben Jahren einer von drei Bademeistern. Er erzählt von den letzten Vorbereitungen vor dem Saisonstart und gibt Einblick in seinen Alltag.

  • Julian Tejada und Silvan Wick (rechts) bei der Beckenreinigung. (Bild: gk)

    Julian Tejada und Silvan Wick (rechts) bei der Beckenreinigung. (Bild: gk)

An diesem Apriltag braucht es viel Fantasie, um sich plantschende Familien, rutschende Kinder und plaudernde Seniorinnen vorzustellen. Der Himmel über dem Sonnenberg ist grau, der Regen sammelt sich in kleinen Pfützen und die Rutschen enden in leere Becken. Ein Bagger steht auf dem Parkplatz, Handwerker bauen den neuen Spielplatz auf. «Der wird die grösste Neuerung in diesem Jahr», erklärt Silvan Wick. Der Bademeister sitzt auf dem Aussichtsturm zwischen den beiden Schwimmbecken und lässt den Blick über die Badi schweifen. «Der alte Spielplatz ist in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den Sicherheitsvorschriften.» Das Gespräch findet drei Wochen vor der Saisoneröffnung der Herisauer Badi statt. «Die Vorbereitungen für eine neue Saison starten rund einen Monat vorher», so Wick. «Wir versiegeln unter anderem die Chromstahlbecken, prüfen die Technik und setzen die gereinigten Filter ein.» Erst danach folge das Wasser. Das grosse Becken umfasse knapp zwei Millionen Liter. «Da läuft der Schlauch schon zwei Tage, bis es gefüllt ist.»

Wenn die Becken voll sind, wird der pH-Wert des Wassers überprüft. «In Herisau haben wir sehr mineralienhaltiges Quellwasser. Deshalb geben wir Chemikalien dazu, um einen neutralen Wert zu erreichen.» Gewärmt wird das Wasser mit einer Solaranlage, die sich auf dem Dach der Garderoben befindet. «Wir pumpen das Wasser über eine Leitung in einen Raum und wärmen es dort mit dieser sauberen Energie», erklärt Wick. «Zudem hilft uns der Chromstahl der Becken, weil dieses Material die Wärme der Sonne an das Wasser abgibt.»

Wassersport in der Dominikanischen Republik
Silvan Wick selbst spürt in diesen Tagen vor der neuen Saison die Vorfreude. «Es ist mein siebtes Jahr als Bademeister hier, da ist natürlich mittlerweile eine gewisse Routine vorhanden. Aber je näher die Eröffnung kommt, desto mehr freust du dich – was auch damit zu tun hat, dass du ein Licht am Ende des Tunnels der ganzen Vorbereitungen siehst.» Vor seinem Engagement in Herisau führte Wick unter anderem eine Segelschule am Bodensee, betrieb mit seinem Bruder eine kleine Galerie in St. Gallen und war Bademeister in Goldach. «Bis 2010 habe ich im Ausland gelebt: Mexiko, Amerika, Bermudas, Dominikanische Republik», zählt er auf. «Die längste Zeit habe ich in der Dominikanischen Republik verbracht. Dort habe ich ein Wassersportzentrum geführt und als Freelance-Fotograf gearbeitet.»

Die drei Bademeister im Sonnenberg arbeiten in zwei Schichten. «Wenn ich um 7.30 Uhr in die Badi komme, höre ich schon anhand der Geräusche, ob die Maschinen und Pumpen richtig laufen. Wenn du nichts hörst, ist meistens etwas kaputt», sagt Wick und lacht. «In der Morgenschicht überprüfen wir die Anlagen, nehmen Lieferungen wie Chemikalien oder Brennholz entgegen und bieten den Kassendienst auf.» Im Verlauf des Nachmittags folge die Übergabe an den Spätdienst. «Neben der Beaufsichtigung der Becken fallen tagsüber viele kleinere Arbeiten wie das Wechseln der Abfalleimer an. Nachdem die Badi geschlossen hat, putzen wir die Garderoben, Waschräume und Toiletten.»

Ein Treffpunkt für alle
Im vergangenen Jahr durfte sich die Badi über hohe Besucherzahlen freuen. «Wir hatten schon bei der Eröffnung warme Temperaturen, danach folgten bald die ersten Hitzetage.» Dadurch sei die Badi früh ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. «Wenn wir hingegen einen nassen Frühling haben, steigen die Besucherzahlen langsamer und über einen längeren Zeitraum. Dafür haben wir in solchen Fällen meistens im Spätsommer mehr Gäste, weil der Durst nach sonnigen Tagen noch nicht gestillt ist», sagt Silvan Wick.

Gerade bei einem vollen Freibad sei seine Arbeit anspruchsvoll. «Dann hast du automatisch mehr Personen, die unsere Hausregeln nicht kennen oder weniger gute Schwimmer sind als die Stammgäste, die bei jedem Wetter kommen.» Eine weitere Herausforderung für die Bademeister sind die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und Kulturen, die in der Badi aufeinandertreffen. «Wir haben Schulklassen, ältere Damen und Herren, Familien mit Kindern, Menschen mit Migrationshintergrund oder seit letztem Jahr die Geflüchteten aus der Ukraine.» Da brauche es ein gutes Gespür für verschiedene Menschen, damit ein reibungsloses Nebeneinander funktioniere. «Schliesslich soll ein Tag in der Badi allen Spass machen.»


Eröffnung, Rabatt und Gemeinde-Duell
Badi-Fans aufgepasst: Bis zur Eröffnung am 6. Mai erhalten alle Käuferinnen und Käufer eines Abos einen Rabatt von 10 Prozent. Die Abonnements sind an der Kasse des Sportzentrums erhältlich. Zur Eröffnung der Badesaison gibt es um 10 Uhr einen Apéro. Die ersten 20 Gäste können sich auf eine kleine Überraschung freuen. Bereits ab 9 Uhr findet im Rahmen des «Coop Gemeinde Duells» ein Spaziergang statt. Gemeindepräsident Max Eugster wird beim Rundgang mit Start und Ziel bei der Badi ebenfalls vor Ort sein.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau.

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