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Biotop Ebnet: Vielfältigkeit der einheimischen Pflanzen fördern

Das Biotop beim Schulhaus Ebnet wurde im Verlauf des vergangenen Jahres umgestaltet. Unter anderem mussten die Ahornbäume wegen Fäulnis gefällt werden. Bei der neuen Bepflanzung wurde darauf geachtet, einheimische Hölzer und eine Vielfältigkeit an Büschen und Sträuchern zu verwenden.

  • Beim Biotop im Ebnet wurden einheimische Bäume und Sträucher gepflanzt. (Bild: gk)

    Beim Biotop im Ebnet wurden einheimische Bäume und Sträucher gepflanzt. (Bild: gk)

Es ist eine kleine Oase, eingeklemmt zwischen Schulhaus, Sportanlage und altehrwürdigen Villen. Das Biotop im Ebnet ist seit den 50er-Jahren ein Ort, an dem sich die Schülerinnen und Schüler in der Pause die Beine vertreten, auf dessen Bänke die Seniorinnen und Senioren des nahegelegenen Altersheims in Erinnerungen schwelgen und um dessen Weiher brummende Insekten schwirren. «Seit den Anfangszeiten wurden dort keine Veränderungen vorgenommen», erklärt Beni Geel vom Technischen Dienst der Gemeinde. «Viele Rabatten waren mit Gräsern und Symphoricarpos überwachsen. Die Gemeinde hat daher im April 2022 begonnen, das Biotop neu zu gestalten und zu bepflanzen». Zunächst seien Bäume
wegen Totholz und Fäulnis aus Sicherheitsgründen gefällt, anschliessend die Flächen von einem örtlichen Gartenbauunternehmen vorbereitet worden. «Danach konnten wir gemeinsam mit dem Gartenbauamt die neue Bepflanzung besprechen und umsetzen.»

Ein Drittel der Flora und Fauna bedroht
Die neue Bepflanzung erfolgte mit Fokus auf die Biodiversität.«Dieser Begriff beschreibt die Vielfalt des Lebens», erklärt Cornelia Turecek vom Büro für Natur und Landschaft AG, das an der Neugestaltung beteiligt war. «Dazu zählen Tierarten, Lebensräume und die genetische Vielfalt». In der Schweiz habe die Fülle von Flora und Fauna seit 1900 stark abgenommen. Von den rund 46‘000 vorkommenden Pflanzen-, Tier- und Pilzarten sei rund ein Drittel in ihrem Bestand bedroht. «Bei Neubepflanzungen im Sinne der
Biodiversität soll eine grosse Vielfalt aus einheimischen Pflanzen genügend Platz für Lebensräume bieten», unterstreicht Beni Geel vom Technischen Dienst. Beim Biotop sei darauf geachtet worden,
einheimische Hölzer, Büsche und Sträucher anzupflanzen, um ideale Bedingungen für Vögel und Insekten zu schaffen. «Dafür haben wir anstelle der gefällten Ahornbäume unter anderem Vogelkirschen, Säuleneichen und Winterlinden gepflanzt».

Die Biodiversität sah sich in den letzten Jahrzehnten mit grossen Hindernissen konfrontiert. Die intensive Landnutzung, die zunehmenden Bautätigkeiten, der vermehrte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft und auch der Klimawandel gefährden die Artenvielfalt zunehmend. «Die Biodiversität ist entscheidend für ein funktionierendes Ökosystem», sagt Turecek. «Pflanzen filtern beispielsweise Schadstoffe aus der Luft, Grünflächen erhöhen unsere Lebensqualität, weil sie als Erholungsraum dienen, und produzieren Sauerstoff». Herisau verfügt seit vier Jahren über ein Konzept zur Förderung der Biodiversität. Entstanden ist es in Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und Ansprechpartnern
wie dem Büro für Natur und Landschaft oder der Ornithologischen Gesellschaft. «Es beinhaltet zehn Felder, die von der Gemeinde umgesetzt werden können», erklärt Cornelia Turecek. «So wird zum Beispiel ausgeführt, welche kommunalen Grünflächen mit welchen Mitteln aufgewertet oder neu angelegt werden können, um eine höhere ökologische Wertigkeit zu bekommen».

Mit Umsicht zu mehr Biodiversität
Das Ziel der Gemeinde ist es allerdings nicht, innert kürzester Zeit alle Gemeindeflächen umzupflügen. «Wir wollen die Biodiversität Schritt für Schritt fördern, indem wir uns bei ohnehin anstehenden
Arbeiten diese Gedanken machen», sagt Geel. In den vergangenen Monaten seien unter anderem an der Rütistrasse oberhalb des Feuerwehrdepots sieben einheimische Bäume gepflanzt und mit neun Birken eine Allee gebildet worden. «Und auf der Wiese neben dem Restaurant Marktplatz haben wir Hochstämme wie Kern- und Steinobst gepflanzt.» Dass die Arbeiten der Gemeinde an den Grünflächen
nicht verborgen bleiben, zeigen die Rückmeldungen aus der Bevölkerung. «Sobald die öffentliche Hand ein Projekt realisiert, sehen wir uns mit verschiedenen Stimmen konfrontiert. Den einen kann die Umsetzung nicht weit genug gehen, andere sehen es eher kritisch», sagt Geel. «Erfreulich sind beim Biotop im Ebnet aber vor allem die vielen positiven Rückmeldungen und Komplimente von Passantinnen und Passanten nach den Umgestaltungsarbeiten». Biodiversität sei wichtig und werde in Zukunft an Bedeutung dazugewinnen. «Und jede oder jeder mit einem Garten kann mit ganz wenig Aufwand seinen persönlichen Beitrag leisten».

Eine Publikation der Gemeinde Herisau.

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