Heiden
hr/peter eggenberger

Zweimal «Fürio!»: Vor zehn Jahren brannte der «Rossbüchel»

Am 5. November 2009 fiel das Restaurant «Rossbüchel» auf dem Fünfländerblick einer Feuerbrunst zum Opfer.

Der damalige Brand weckte Erinnerungen an das weit grössere Hotel-Restaurant «Fünfländerblick», das im Februar 1968 ein Raub der Flammen wurde. Das 1899 erbaute, von einem Turm gekrönte Gebäude wurde bis Anfang der 1950er Jahre von drei Generationen der Familie Bischof geführt. Dann folgten verschiedene Eigentümer- und Pächterwechsel, und von 1962 bis 1966 war das Haus geschlossen. Nach dem Brand von 1968 erfolgte kein Wiederaufbau, und an der Stelle des Hauses lädt heute ein Rastplatz zum Verweilen ein.
Einziger Ort der Einkehr blieb in der Folge das Restaurant «Rossbüchel». Die Brandkatastrophe vor zehn Jahren führte zum Einsatz von über 100 Angehörigen der Regi-Wehr Heiden-Grub-Eggersriet und der Feuerwehr Wolfhalden, und der Schaden wurde seitens der Kantonspolizei auf mehrere hunderttausend Franken geschätzt. Als Brandursache wurde ein elektrischer Kurzschluss oder das Cheminée vermutet. 2011 stand dann aber der Pächter wegen Brandstiftung vor Gericht.
Nach längerer Zeit der Ungewissheit wurde die Brandruine im Auftrag des neuen Eigentümer-Ehepaars Martin und Susanne Knechtli 2013 abgebrochen, um einem Restaurant-Neubau Platz zu machen. Die entsprechenden Pläne wurden von Stammgästen, Ausflüglern und Wanderern begrüsst, und in der Folge war das ganze Jahr 2014 von einer intensiven Bautätigkeit geprägt. Am 20. März 2015 konnte das neuerbaute Restaurant mit der einzigartigen Fernsicht seiner Bestimmung übergeben werden.
Der Name «Fünfländerblick» ist übrigens der Sicht auf die Länder Schweiz und Österreich sowie auf die alten deutschen Staaten Bayern, Württemberg und Baden zu danken. 1892 wurde auf dem Höhenzug im Auftrag von Klara Bischof eine Lourdes-Kapelle erbaut. 1932 ging sie in das Eigentum der katholischen Kirchgemeinde Eggersriet-Grub über. 2018/19 erfolgten sorgfältige Renovationsarbeiten, und nach wie vor gehört das sakrale Kleinod zu den vielbesuchten Orten der stillen Einkehr. Nie verwirklichen hingegen liess sich der Bau einer Bahn von Rorschach auf den Fünfer, der Ende des 19. Jahrhunderts viel zu reden gab.