Appenzell - Fussball
hr/martin kradolfer

«Unfaire» Voraussetzungen führen zu hoher Niederlage

Gegen die "1. Liga-Mannschaft" von Eschen Mauren verliert Appenzell mit 1:9 (1:5).

Bei der sogenannten zweiten Mannschaft von Eschen-Mauren liefen am Samstag auf Schaies zu Beginn der 3. Liga Partie nicht weniger als zehn von elf Akteuren auf, welche in dieser Saison bereits in Partien der 1. Liga Meisterschaft - also drei Stufen höher - spielten. So hatte Appenzell keine Chance und verlor mit 1:9 (1:5).
Natürlich hielten sich die Liechtensteiner an die zur Zeit geltenden Regeln, aber wenn man gemäss Berichten auch in Liechtenstein selber weiss, dass eine solche Massnahme unfair ist, hätte man auch darauf verzichten und die Mannschaft nur leicht verstärken können. In den beiden vorangegangen Spiele, welche Eschen-Mauren 2 ebenfalls gewann, waren die Liechtensteiner auch verstärkt, aber nicht in demselben Ausmass wie in Appenzell. So war auf Schaies unter anderem auch der Top-Torjäger der vergangenen 1. Liga-Saison Michael Bärtsch dabei und erzielte fünf Tore. Solch hohe Niederlagen bzw. massive Verstärkungen mit Spielern aus einer klar höheren Liga können sich ohne weiteres auf Auf- und Abstieg der unterklassigen Vereine auswirken und stellen eine Wettbewerbsverfälschung dar. Im Nachhinein gesehen wäre Appenzell gar besser gefahren, wäre es gar nicht angetreten und hätte eine 0:3 Forfait-Niederlage in Kauf genommen, weil diese dann klar kleiner ausgefallen wäre. Dies wäre aber wohl auch nicht der richtige Weg und erst noch mit Kosten verbunden.
So waren die Gäste eine Nummer zu gross für die Einheimischen. Trotz der Überlegenheit der Liechtensteiner mauerten die Innerrhoder aber in keiner Phase des Spiels und versuchten immer wieder, ihrerseits Angriffe zu lancieren. Immerhin konnten die Appenzeller eine zweistellige Niederlage verhindern. Und so machten mehrere Seiten den Einheimischen ein riesengrosses Kompliment, dass sie sich über 90 Minuten gewehrt und nie den Kopf in den Sand gesteckt haben. Dass sie in der Defensive vollumfänglich überfordert waren, war absehbar bei dieser Offensivqualität der Gäste.
In der 2. Minute konnte Lukas D'Olif noch abwehren. In der 4. Minute flog der Ball von links bei einem etwas eigenartigen Tor an mehreren Innerrhodern vorbei ins Gehäuse. In der 9. Minute holten die Innerrhoder durch Marvin Schneider immerhin einen Eckball heraus, und ein Schuss von David Köppel wurde vom Gästekeeper gehalten. In der 17. Minute hiess es dann aber schon 0:2 durch einen schönen Schuss, der via Pfosten im Tor landete. Sieben Zeigerumdrehungen später folgte das 0:3. So gelang ihnen in der 34. Minute nach einer Vorlage durch David Köppel durch Simon Baumann gar das 1:3, und zwei Minuten später schoss David Köppel bei einem Vorstoss über die rechte Seite in aussichtsreicher Position über das Tor. Aber schon in der 34. Minute folgte das 1:4. Die Platzherren zogen in Laufduellen oft den Kürzeren und waren bei schnellen Zuspielen in die Sturmspitzen überfordert. Sie zeigten aber auch mit Bällen über die Seiten einige gefällige Kombinationen und setzten einige Nadelstiche. Trotzdem kassierten sie in der 44. Minute noch das 1:5.
Nach der Pause fiel in der 48. Minute schon das 1:6, und nachdem Lukas D'Olif einen Gegner noch stoppen konnte, nach 57 Minuten das 1:7, gefolgt durch ein Kopfballtor zwei Minuten später zum 1:8. Zehn Minuten später fiel dann gar das 1:9. In der Folge gelang es Appenzell, in der fairen Partie etwas mehr Druck nach vorne zu erzeugen. Schüsse von Simon Baumann, Jonas Signer und Lorenz brachten aber keinen zählbaren Erfolg mehr.