Herisau
es

Pfadizeit – unvergessen und prägend

Mit einem Waldfest für Ehemalige und Aktive feierte die Pfadiabteilung Urstein am 31. August ihr 100-Jahr-Jubiläum.

Es riecht nach Lagerfeuer, Schlangenbrot und Würsten, gestandene Politikerinnen, Politiker, Unternehmer und Unternehmerinnen begrüssen sich mit Hoi Zapfe, Häftli, Flup, Chraxli oder Delfin, und auf Wunsch von Regierungsrat Dölf Biasotto ruft die Menge «Ix pidi ouden pouden bobo bo didn dädn tsch».

Genauso hat es sich Christian Hartmann gewünscht: Ein Fest für ehemalige und aktive Ursteinler. Für den Präsidenten des Elternkomitees (quasi der Vorstand der Pfadi Urstein) war klar: Der 100. Geburtstag der Pfadfinderabteilung Urstein Herisau und Umgebung sollte gebührend gefeiert werden. So habe er vor gut einem Jahr Ehemalige wie auch Aktive für das OK gesucht. Nach dem Abwägen von Dafür und Dagegen, habe man sich schnell darauf geeinigt, ein Fest im Wald zu machen. «Wir wollten kein Dorffest, sondern ein Fest für Pfaderinnen und Pfader.» Daher lag der Entschluss nahe, das Jubiläum dort zu feiern, wo die Pfadi zuhause ist: Im Wald. Verschiedene Standorte seien geprüft worden. Die Wahl fiel schliesslich auf eine Waldlichtung im Schachen, welche die idealen Voraussetzungen sowohl vom Platzangebot, wie auch von den Anfahrtsmöglichkeiten mitbringt.

«Anfänglich wussten wir ja nicht, wie viele Leute sich für unser Jubiläum interessieren.» Über 200 Ehemalige seien angeschrieben worden. Was allerdings bei weitem nicht der Anzahl der ehemaligen Herisauer Pfaderinnen und Pfadern entspricht. Durch Mund-zu-Mund-Werbung, einem Aufruf in den Medien und auf der eigenen Homepage konnten weitere interessierte Ehemalige gefunden werden.

Und so vereinten sich denn letzten Samstag Generationen von Pfaderinnen und Pfadern aus Herisau und Umgebung bei bestem Wetter im Schachen. Das OK und seine Helferinnen und Helfer hatten sich nach alter Pfadermanier ins Zeug gelegt und einen einladenden Lagerplatz eingerichtet. Im Festzelt und unter dem Sarrasani am Lagerfeuer machten alte Fotos und Geschichten von anno dazumal die Runde und an verschiedenen Posten rund um das Festgelände sahen sich die Ehemaligen in ihre Jugendtage zurückversetzt: Wer kann’s noch? Das Morsealphabet, den Samariter-, Weber- oder Fischerknoten, die Achterschlinge oder mit zwei Streichhölzern ein Feuer machen?  Gemäss dem Pfadimotto «üses Bescht und allzeit bereit» liessen sich die «Alten» nicht zweimal bitten und machten sich auf dem kleinen Rundgang durch den Wald mit Eifer daran, zu zeigen, was sie damals gelernt hatten. Selbstverständlich nicht ohne immer mal wieder Innezuhalten und sich über gemeinsame Erlebnisse während längst vergangenen Lagern und an den unzähligen Samstagen in den Wäldern rund um Herisau auszutauschen.  

Auch Regierungsrat Dölf Biasotto und Gemeindepräsident Kurt Geser blickten in ihren Ansprachen auf ihre Zeit als Pfadfinder zurück. Sie unterstrichen zudem die Wichtigkeit der Jugendarbeit und betonten, dass die Pfadi starke Grundwerte für das Zusammenleben in der Gesellschaft wie auch im Umgang mit der Natur vermittle. Dölf Biasotto: «Gemeinsam an Zielen arbeiten und gemeinsam vorangehen, das ist das, was mir unter anderem aus meiner Pfadizeit geblieben ist.» 

Exakt diese Gemeinsamkeit, diese Verbundenheit, war am Jubiläum deutlich spürbar. Auch wenn sich die Lebenswege der einzelnen Pfaderinnen und Pfader in die unterschiedlichsten Richtungen entwickelten, so ist die gemeinsame Pfadizeit doch unvergessen und prägend. Dies spürte das OK bereits während der Vorbereitungszeit. Christian Hartmann. «Wir stiessen an vielen Orten auf offene Ohren und wurden breit unterstützt.»  So wurde das Fest von Stiftungen finanziell grosszügig mitgetragen und auch Lieferanten hätten begeistert und sehr entgegenkommend auf ihre Anfragen reagiert. OK-Mitglied Silvan Schwendinger: «Wir wollen kein Geld verdienen, sondern allen Anwesenden einen unvergesslichen Tag bieten, der Erinnerungen an alte Pfadizeiten weckt und einige neue hinzufügt.» Die angeregten Gespräche, die zufriedenen Gesichter, die zahlreichen freudigen Wiedersehen nach x Jahren und die vielen «Weisch-No»-Geschichten sprechen für sich. Das OK hat sein Ziel erreicht.