Stein
Hans Ulrich Gantenbein

Ein Teil des Sturmholzes bleibt liegen

Etwas mehr als sieben Monate nach «Vaia» sind in Ausserrhoden die Aufräumarbeiten grösstenteils abgeschlossen.

Fast einhundert Jahre nach dem legendären «Nünzehni-Loft» fegte das Sturmtief Vaia in den frühen Morgenstunden des 30. Oktobers 2018 über das Land und zerstörte primär Fichtenwälder. Meistens waren in den Gemeinden Hundwil, Stein und Urnäsch Wälder betroffen, die schon 1919 nach dem damaligen Sturm am Boden lagen. Statt einen Mischwald zu pflanzen, setzten die Vorgänger der heutigen Waldbesitzer auf die Fichte (Rottanne), die ursprünglich in höheren Lagen wuchs. Die Quittung dafür wurde vor etwas mehr als sieben Monaten präsentiert: innert Stunden fiel schätzungsweise eine halbe Ausserrhoder, beziehungsweise eine ganze Hinterländer Jahresnutzung (25 000 m3) Holz.

Heute Vormittag lud der stellvertretende Ausserrhoder Oberförster Beat Fritsche zu einer Besichtigung von zwei Waldpartien in der Gemeinde Stein. Auslöser war der offizielle Abschluss der Aufräumarbeiten, sofern diese nicht – in kleinerem Umfang – von privaten Waldbesitzern für sich selbst ausgeführt werden.

Besichtigt wurden heute bei Regen einerseits der «Schluchwald». In ihm befindet sich die höchste Erhebung im nördlichen Teil der Gemeinde Stein Stein (fast 850 m über Meer). Er wurde durch «Vaia» massiv getroffen. Waldbesitzer setzten bereits wieder Jungbäume. Künftig soll ein Mischwald aus Weisstannen, Buchen, Birken, Douglasien, Eichen, Kirschen, Erlen, Lärchen, Föhren und Edelkastanien (Letztere als Versuch wegen steigender Temperaturen) möglichen Stürmen Paroli bieten.

Im «Nordwald», links oberhalb der Staatsstrasse von Appenzell nach Hundwil und Herisau bleibt auf einem Teil der Parzelle Gschwend das Holz so liegen, wie es von «Vaia» am 30. Oktober 2018 morgens um drei Uhr gefällt wurde. Gerechtfertigt wird dies durch die grosse Gefahr für Forstarbeiter und den errechneten Verlust von rund 100 Franken pro Kubikmeter, wenn es aus dem Gelände genommen würde. Zudem wurden vor bald zehn Jahren die meisten – durch Borkenkäferbefall gefährdeten – Fichten bereits entfernt. Weiter existiert keine Gefahr durch ein Fliessgewässer, welches Sturmholz mitreissen oder von solchem aufgestaut werden könnte.

Mit dabei bei den zwei Waldbesichtigungen waren auch die Revierförster Stefan Holenstein (Hundwil und Stein) sowie Alexander Plaschy (Urnäsch). Sie sind glücklich darüber, dass es während den Aufräumarbeiten zu keinen Unfällen kam.