Walzenhausen
Margrith Widmer

Wechsel in der Stiftung Waldheim: Von Früh zu Koller

Nach 28 Jahren Tätigkeit in der Stiftung Waldheim legt Hans-Rudolf Früh, Bühler, sein Mandat als Stiftungsratspräsident per Ende 2017 nieder. Seine Nachfolgerin ist die frühere Ausserrhoder Regierungsrätin und Frau Landammann Marianne Koller-Bohl, Teufen; am Donnerstag gab Früh sein Amt offiziell ab.

  • Das ist die Legende
    Stabsübergabe: Hans-Rudolf Früh legt die Geschicke der Stiftung Waldheim in die Hände von Marianne Koller-Bohl. (Bild: zVg)

Als er 1989 in den Stiftungsrat eingetreten sei, habe er nach dem Unternehmer- und Politikerleben etwas zurückgeben wollen, sagte Hans-Rudolf Früh. Es sei viel Potenzial vorhanden gewesen - aber so habe es nicht weiter gehen können. «Es stand so viel an.» Er habe etwas bewegen wollen. Die einzelnen Heime hätten ein Eigenleben geführt. So schuf er eine Geschäftsleitung. Er selber habe viel dazu gelernt; in einem solchen Betrieb müsse man viel mehr reden als in einem Produktionsbetrieb. Für das Buch der Stiftung Waldheim «Gesichterlesen» konnte Früh 2010 in Berlin den Econ-Award in Platin für erfolgreiche Unternehmenskommunikation entgegen nehmen.

Ihre Motivation, das Stiftungsratspräsidium zu übernehmen sei Dankbarkeit nach einem erfolgreichen Berufsleben, sagte Marianne Koller. Oberstes Ziel sei, den Bewohnerinnen und Bewohnern eine Heimat zu bieten. «Menschen mit Behinderung verdienen ganz besondere Aufmerksamkeit.»

Die 75-jährige Geschichte der Stiftung Walheim müsse fortgeschrieben werden, sagte Geschäftsleiter Werner Brunner. Die Stiftung werde mit 75 nochmals durchstarten, sich konsolidieren und anpassungsfähig bleiben. Sie werde auch weiterhin auf Spenden angewiesen sein.

Die 1943 gegründete Stiftung Waldheim ist heute die Institution mit den meisten Wohnheimplätze für Menschen mit Behinderungen in der Ostschweiz. Fünf Wohnheime bieten rund 200 Erwachsenen eine Heimat auf Lebenszeit. In Teufen, Walzenhausen und Rehetobel leben Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung, Menschen mit zusätzlicher körperlicher Behinderung und Menschen mit Wahrnehmungsstörungen. Rund 15 Prozent der über 18-jährigen Betreuten stammen aus Ausserrhoden; 85 Prozent kommen aus 18 anderen Kantonen. Mit über 280 Mitarbeitenden ist die Stiftung eine der grossen Arbeitgeberinnen im Appenzeller Vorderland. Zur Stiftung Waldheim gehören die Wohnheime Bellevue und Krone in Walzenhausen, das Wohnheim Schönenbüel in Teufen sowie die Wohnheime Sonne und Gründerhaus in Rehetobel.