Appenzellerland, St. Gallen

Siedwurst, Pantli und Mostbröckli im «Adelsstand»

Im Rahmen der Offa ist der Startschuss für die Sortenorganisation Appenzeller Fleischspezialitäten erfolgt.

  • Das ist die Legende
    Über den "Anschnitt" der Sortenorganisation Appenzeller Fleischspezialitäten freuen sich Ivo Bischofberger, Rolf Büttiker, Franz Fässler und Daniel Fässler. (Bild: Martin Hüsler)
  • Das ist die Legende
    Siedwurst, Pantli und Mostbröckli. (Bild: pd)

Im vergangenen Januar sind die Appenzeller Siedwurst, der Appenzeller Pantli und das Appenzeller Mostbröckli vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ins Verzeichnis der Schweizer Produkte mit geschützter geografischer Herkunft aufgenommen worden. Nun wurde, als feierlicher «Anschnitt» deklariert, anlässlich der Offa die Sortenorganisation Appenzeller Fleischspezialitäten offiziell gegründet. Präsidiert wird sie von Metzgermeister Franz Fässler aus Appenzell.

Geschmeckt haben sie bisher schon. Aber künftig kommt zur Gaumenfreude auch noch die Gewissheit, ein Produkt mit dem Markenzeichen IGP zu verzehren, nachdem es den drei genannten Spezialitäten zuerkannt worden ist. Eine Sortenorganisation ist nunmehr dafür besorgt, dass sich die Siedwurst, der Pantli und das Mostbröckli – stets mit dem Herkunftssiegel «Appenzeller» vorangestellt – am Markt noch besser zu behaupten wissen. Dass der Gründung der Sortenorganisation einige Bedeutung beigemessen wurde, unterstrich die Anwesenheit von Landammann Daniel Fässler, von Ständerat Ivo Bischofberger und von Rolf Büttiker, früherer Solothurner Bundesparlamentarier und Präsident des Schweizer Fleischfachverbandes, dessen Vorsitz er in Kürze Ivo Bischofberger übergeben wird. Der Kanton St. Gallen war vertreten durch Regierungsrat Bruno Damann, Ausserrhoden durch Karin Jung, Leiterin des Amtes für Wirtschaft.

Produkte mit geschützter geografischer Herkunft laufen unter den Labels AOP und IGP. AOP steht für Appellation d'origine protégée, zu Deutsch: geschützte Ursprungsbezeichnung. Als Bedingung für die Vergabe von AOP ist vorgegeben, dass von den Rohstoffen bis zur Produktion alles aus einer klar eingegrenzten Ursprungsregion stammen muss. Zu den 21 beim Bundesamt für Landwirtschaft registrierten AOP-Produkten gehört beispielsweise der Rheintaler Ribelmais.

IGP steht Indication géographique protegée, mithin für traditionelle Produkte, die im Herkunftsgebiet entweder erzeugt, verarbeitet oder veredelt werden. Die Rohstoffe dafür dürfen, im Gegensatz zur AOP, auch aus anderen Regionen der Schweiz stammen. Für das Appenzeller Mostbröckli etwa stammt das Kuhfleisch "mangels Masse" nicht zwingend und ausschliesslich aus dem Alpsteingebiet, aber in jedem Fall aus der Schweiz.