Appenzell
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Kritische Fragen zu Spitalneubau in Appenzell

Der Innerrhoder Grosse Rat beschäftigt sich am kommenden Montag unter anderem mit dem geplanten Neubau des Spitals Appenzell. Die Gruppe für Innerrhoden (GFI) mischt sich kritisch in die Diskussion um das ambulante Versorgungszentrum ein.

  • Das ist die Legende
    Visualisierung des geplanten Spitalneubaus. (Archivbild)

Die GFI ist eine ständige Bürgerinitiative mit parteiähnlichem Charakter, die sich aktiv mit politischen Fragen auseinandersetzt. Eine Arbeitsgruppe der GFI befasste sich seit einigen Wochen intensiv mit dem Spitalneubau. Gespräche mit Ärzten, der Besuch im ähnlich gelagerten neuen Spital Schiers GR, Präsentationen von Statthalterin Antonia Fässler würden mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten, schreibt die GFI in einer Mitteilung. Es fehle eine breit angelegte Diskussion, bevor der Grosse Rat entscheidet.

Mit einer Strassenumfrage hat die GFI den Puls der Bevölkerung erfühlt: Die Erwartungen an das ambulante Versorgungszentrum lägen weit höher, als was das Zentrum wirklich leisten könne. Das Risiko, genügend qualifizierte Ärzte für das vorgesehene System von Beleg- und Konsiliarärzten sicherzustellen, sei erheblich, so die GFI. Das Konzept der Spitalstrategie stammt aus dem Jahr 2008. Die GFI fragt sich, ob darin das dynamische Umfeld berücksichtigt sei. Dem Grossen Rat werde nur eine Maximalvariante vorgelegt ohne Vergleich mit anderen Varianten und ohne Befragung der Bevölkerung. Anstelle des heutigen Spitals soll in Appenzell ein ambulantes Vorsorgezentrum, ergänzt mit einer Tagesklinik mit maximal 26 Betten, realisiert werden. Das Angebot wird durch einen Rettungsdienst und eine Notfallaufnahme ergänzt. Das neue Spital soll wie das bisherige mit einem Beleg- und Konsiliararztsystem geführt werden. Zudem bestehen in bestimmten Fachbereichen Kooperationen mit dem Kantonsspital St. Gallen und dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden.

Damit das Spital Appenzell seine medizinischen Leistungen langfristig konkurrenzfähig anbieten könne, seien weitreichende bauliche Massnahmen notwendig. Abklärungen hätten ergeben, dass ein Totalumbau sogar teurer komme als ein Neubau, schreibt die Standeskommission in der Vorlage. Die Baukosten belaufen sich auf rund 37,2 Mio. Franken. Zudem müssen teilweise neue Einrichtungen und medizinische Apparate angeschafft werden, an deren Kosten sich der Kanton mit 3,8 Mio. Franken beteiligt.

Das letzte Wort über den 41-Millionen-Kredit hat die Landsgemeinde.