Appenzellerland - Schwingen
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Hersche souverän zum ersten Brünigkranz

Am vergangenen Sonntag wurde mit dem Brünig-Schwinget das zweitletzte Bergkranzfest der Saison durchgeführt. Der Innerrhoder Martin Hersche erkämpfte sich nach Michael Bless im Jahre 2011 erstmals wieder Eichenlaub für die Appenzeller.

  • Das ist die Legende
    Obwohl Hersche dem Sieg sehr nahe war, endete der Kampf gegen Schwingerkönig Kilian Wenger gestellt. (Bilder: Lorenz Reifler)
  • Das ist die Legende
    Samuel Giger (links) liess dem Berner Hünen Christian Stucki keine Chance und sorgte bereits am Morgen für viel Spektakel.
  • Das ist die Legende
    Thomas Koch (rechts) im Duell mit dem Berner Valentin Steffen.
  • Das ist die Legende
    Marcel Kuster (oben) kam von Anfang an nie wirklich in die Gänge und verpasste den Kranz.
  • Das ist die Legende
    Martin Roth (links) verlor sein Duell gegen den Gersauer Eidgenossen Andreas Ulrich erst nach hartem Kampf.
  • Das ist die Legende

Martin Hersche startete äusserst souverän in den Wettkampf. Im Eidgenossenduell gegen Damian Gehrig liess er dem Emmentaler nicht den Hauch einer Chance und verliess den Platz nach kurzer Zeit wieder als Sieger. Während er im zweiten Gang gegen den gross gewachsenen Innerschweizer Reto Gloggner ebenfalls die Maximalnote schreiben lassen konnte, kam es im dritten Gang zum grossen Aufeinandertreffen mit dem Schwingerkönig von 2010 Kilian Wenger. Hersche liess sich jedoch auch vom König nicht einschüchtern und war dem Sieg gar näher als Wenger. Der Kampf endete jedoch gestellt. Nachdem er im vierten Gang wiederum mit der Maximalnote glänzen konnte, grüsste der Innerrhoder nach vier Gängen gar von der Ranglistenspitze. Ein Sieg im fünften Gang hätte ihm die sichere Schlussgangqualifikation gebracht, mit dem Seeländer Hünen Christian Stucki war indes die Aufgabe nicht leicht. Zwar verpasste Hersche die Schlussgangqualifikation, mit einem taktisch äusserst geschickt geführten Gang luchste er jedoch dem Berner problemlos eine Punkteteilung ab und war nach fünf Gängen bereits kranzsicher. Doch dem nicht genug hätte Hersche mit einem abschliessenden Sieg gar die Chance gehabt, bei einem gestellten Schlussgang den Festsieg zu erben. Im Kampf mit dem wohl stärksten Berner Nichteidgenossen Matthias Aeschbacher kam es jedoch wiederum nicht zu einem siegbringenden Wurf. Der Freude nicht getrübt klassierte sich Martin Hersche mit einem äusserst starken Notenblatt auf dem erfreulichen vierten Schlussrang.

Mit Marcel Kuster, Martin Roth und Thomas Koch reisten drei weitere Appenzeller auf den Brünig. Für Kuster begann der Wettkampf mit einer Niederlage gegen den Berner Simon Anderegg nicht wunschgemäss. Noch mehr in Bedrängnis kam er nach einer Punkteteilung gegen Valentin Steffen, ehe er jedoch im dritten Gang seinen ersten Sieg verbuchen konnte. Auch der Nachmittag verlief für den in Appenzell wohnhafte Altstätter alles andere als glücklich und somit war der Kranz bereits früh in weite Ferne gerückt. Der Herisauer Martin Roth kämpfte sich nach zwei Punkteteilungen geschickt ins Rennen zurück, ehe er im fünften Gang eine unglückliche Niederlage einstecken musste und der Kranz ebenfalls nicht mehr zu holen war. Auch der Gontner Thomas Koch zeigte einen ansprechenden Wettkampf. Insbesondere sein Sieg im zweiten Gang gegen den aufstrebenden Hasliberger Kilian von Weissenfluh liess sein schwingerisches Talent erkennen. Leider verpasste er es, diesen Lauf mitzunehmen und auch für ihn war der Kranzgewinn nach fünf Gängen nicht mehr möglich.

Eines der wohl stärksten Notenblätter wies der gebürtige Appenzeller Samuel Giger auf. Am eindrücklichsten war indes sein Sieg gegen Christian Stucki, welchem er nicht ansatzweise eine Chance liess. In der Folge wussten die Einheimischen jedoch mit äusserst unbequemen Gegnern Giger zu bremsen. Trotz dominierenden Wettkämpfen verstrich die Zeit sowohl gegen Thomas Sempach, Bernhard Kämpf und Simon Anderegg ohne Entscheidung. Mit dem fünften Schlussrang sicherte sich Giger jedoch ebenfalls das begehrte Eichenlaub.

Weit weniger spannend verlief der Schlussgang zwischen dem Schwingerkönig Kilian Wenger und Bernhard Kämpf und endete vor rund 6500 Zuschauern nach zwölf Minuten gestellt. Zusammen mit den aufgerückten Christian Stucki und Phillipp Reusser reichte dies Kämpf für seinen zweiten Brünig-Triumph in seiner Karriere.