St. Gallen
hr/sda/Mirjam Bächtold

Erster «Tango» fährt durch den neuen Ruckhaldetunnel

Die Appenzeller Bahnen (AB) eröffnen dieses Wochenende den Ruckhalde-Tunnel St.Gallen-Riethüsli. Der Tunnel verkürzt die Fahrzeit zwischen St.Gallen und Teufen um zwei Minuten. Die Durchmesserlinie (bis Speicher-Trogen) wird am 9. Dezember eröffnet.

  • Das ist die Legende
    Der neue Tango fährt aus dem Tunnel an die neue Haltestelle Riethüsli.
  • Das ist die Legende
    Bischof Markus Büchel segnet den Zug mit Weihwasser.
  • Das ist die Legende
    Die Vertreter der beteiligten Kantone und des Bundes sowie der Appenzeller Bahnen durchtrennen das Band.
  • Das ist die Legende
    Der neue Zug heisst Solitüde. Alle Züge sind nach Hügelketten der Region benannt.
  • Das ist die Legende
    Lokführerin Anja Preisig fuhr als Erste durch den Tunnel. Sie ist auch Taufpatin des Anja-Tunnels. (Bilder: Mirjam Bächtold)

Am Freitagnachmittag wurde der erste neue «Tango»-Zug von Bischof Markus Büchel mit Weihwasser gesegnet und von AB-Direktor Thomas Baumgartner mit Champagner getauft. Danach fuhr Tunnelpatin Anja Preisig als Lokführerin mit geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft durch den 700 Meter langen Tunnel zwischen dem St.Galler Güterbahnhof und dem Riethüsli-Quartier. Rund eine Minute dauert die Fahrt. Dabei war der von Pirmin Breu gesprayte Alpaufzug zu sehen.
Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit zeigte sich Thomas Baumgartner zufrieden und erleichtert. «Es ist ein schönes Gefühl, jetzt die Strecke in Betrieb nehmen zu können. Es war für alle Beteiligten selbstverständlich, den Zeitplan einzuhalten», sagte er. Die grösste Herausforderung sei die zeitgleiche Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur und der neuen Züge. «Wir konnten mit den neuen Zügen nicht auf den alten Gleisen fahren, und umgekehrt. Deshalb war der Zeitraum für die Testfahrten und die Schulungen des Personals extrem eng.» Aber die Testfahrten mit den neuen Tango-Zügen verliefen reibungslos.
Auch der Innerrhoder Landammann Daniel Fässler zeigte sich erfreut, dass die Verbindung zwischen St.Gallen und Appenzell nun attraktiver ist. «Ich bin stolz, dass die Innerrhoder Bevölkerung den Kredit von sieben Millionen Franken an der Landsgemeinde 2013 mit einer deutlichen Mehrheit genehmigt hat», sagt er.
Herzstück der Modernisierung ist der Ruckhalde-Tunnel, dessen Bau 63 Millionen Franken kostet. Die frühere Zahndradstrecke mit einer extrem engen Kurve gehört der Vergangenheit an, und die Fahrzeit zwischen St.Gallen und Teufen verkürzt sich um zwei Minuten. Erneuert wurden auch die Perrons am Bahnhof St.Gallen. Nach der festlichen Eröffnung fahren die Züge vorerst wie bisher im Halbstundentakt. Wer von Teufen kommend in St.Gallen Richtung Trogen weiterfahren will, muss vorläufig noch umsteigen. Erst mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember geht die «Durchmesserlinie» ohne Umsteigen in Betrieb. Und im März 2019 wird der Takt auf 15 Minuten verdichtet.
Morgen Samstag findet ein Eröffnungsfest für die Bevölkerung statt. Dabei verkehren die Züge nach Sonderfahrplan.