Stein
gk

Altersheim Büel muss geschlossen werden

Aufgrund mehrerer Faktoren musste der Gemeinderat leider beschliessen, das gemeindeeigene Altersheim Büel per Ende Februar 2019 zu schliessen. Lange hat sich der gesamte Gemeinderat dafür eingesetzt, den Altersheimbetrieb im Büel trotz jährlichen Defiziten aufrecht zu erhalten.

  • Das ist die Legende
    Das Altersheim Büel in Stein. (Bild: H9)

Der Gemeinderat musste mit grossem Bedauern vom Nichtzustandekommen einer Altersheimlösung auf Genossenschaftsbasis im Bereich Paradiesli Kenntnis nehmen. Aufgrund der Rückgabe des Mandats durch die Genossenschaft hat sich der Gemeinderat intensiv mit dem weiteren Vorgehen auseinandergesetzt und eine ausserordentliche Gemeinderat-Sitzung einberufen.

Bereits vor sechs Jahren erkannte der Gemeinderat, dass im Altersheim Büel baulich etwas verändert werden muss. In einer Erweiterung des bestehenden Gebäudes und somit einer Vergrösserung des Heimes sah man Potenzial, weiter wirtschaftlich agieren zu können. Eine entsprechende Bauermittlung beim Planungsamt des Kantons ergab, dass eine Erweiterung nicht möglich ist. Das Altersheim liegt in der Landwirtschaftszone, in welcher ein Erweiterungsbau aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht zu realisieren war. Durch diesen negativen Entscheid veränderte sich die Situation.

Der Gemeinderat entschied sich, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, zur Evaluierung möglicher Standorte für ein Altersheim in Stein. Aufgrund dieser Ergebnisse entschied der Gemeinderat, eine Lösung im Bereich Schützengarten-Löwen zu verfolgen. Aufgrund privater Einsprachen während der Auflage des notwendigen Gestaltungs- und Quartierplanes und der somit nicht absehbaren Verzögerung musste sich die Behörde ein weiteres Mal neu orientieren.

Mit der Paul Preisig AG gab es dann eine Grundeigentümerin, welche bereit war, auf der Parzelle Paradiesli ein Alters- und Pflegeheim zu realisieren. Zudem konnte mit der Stiftung Altersbetreuung Herisau ein zuverlässiger, vertrauenswürdiger Betreiber für das Altersheim gefunden werden.

Leider musste die Verwaltung der Genossenschaft wie auch der Gemeinderat ernüchternd und mit grossem Bedauern zu Kenntnis nehmen, dass das notwendige Genossenschaftskapital von CHF 3 Mio. nicht gefunden werden konnte, sondern dass es Zusicherungen für nur CHF 900‘000 gegeben hat. Offenbar fand das Projekt in der Bevölkerung zu wenig Anklang, so dass es sich nicht finanzieren liess. Das heisst somit, das geplante Alters- und Pflegeheim im Gebiet Paradiesli kann nicht auf genossenschaftlicher Basis realisiert werden. Terminlich ist somit ein neues Projekt nicht mehr mit dem Weiterbetrieb des Altersheims Büel koordinierbar, der ursprünglich geplante nahtlose Übergang von Bewohnern und Personal in die neue Institution ist nicht möglich. Es kann im Gebiet Paradiesli mit einem privaten Investor noch ein Alters- und Pflegeheim realisiert werden. Die Gemeinde hat jedoch aufgrund der Rückgabe des Geschäfts der Genossenschaft an den Gemeinderat nicht mehr die Möglichkeit, in diesen Prozess einzugreifen und mitzubestimmen, sondern hat nur noch Einfluss auf den politischen Prozess.