Säntis
Rolf Rechsteiner

«Alter Säntis» ab 2019 mit neuem Gesicht

Der «Alte Säntis» hat grossen Erneuerungsbedarf. Gebäudeschäden infolge verfehlter Massnahmen gegen Eiswurf von der grossen Antenne auf dem Gipfel müssen korrigiert werden.

  • Das ist die Legende
    Der Altbau des «Alten Säntis» (linker Gebäudeteil) soll über dem ersten Stock neu errichtet, die Hütte ganz links ins Gebäudevolumen integriert werden. (Archivbild: AV)
  • Das ist die Legende
    Ansicht des «Alten Säntis», wie er sich voraussichtlich ab 2019 präsentieren soll. (Bild: pd)

Ab heute liegt bei der zentralen Bauverwaltung in Appenzell ein Baugesuch von Claudia und Ruedi Manser-Abderhalden auf. Sie sehen sich gezwungen, die alten Bauteile des Berggasthauses auf Innerrhoder Boden tiefgreifend und nachhaltig zu sanieren. Zwei Stockwerke sollen abgebrochen und neu aufgebaut werden.

Im Jahr 2011 wurde das östliche Gebäude abgebrochen und in neuzeitlichen Dimensionen wiederaufgebaut. Der Abbruchentscheid fiel aufgrund von Gebäudeschäden, die durch Eiswurf von der Antenne – das Problem wurde inzwischen stark gemildert – verursacht wurden. Eindringende Nässe hatte zu Fäulnis im Holz und Schimmelbildung geführt.

Am Altbau wurde vor Jahren im Sinne einer Sofortmassnahme eine bergseitige Blechfassade nach damaligem Stand des Wissens montiert. Nun hat eine fachtechnische Gebäudeanalyse ergeben, dass dieser Eingriff nachteilig war. Infolge mangelnder Hinterlüftung der Blechfassade ist die Rückwand des Gebäudes «erstickt», wie der Volksmund sagt. Das Holz ist morsch, die statische Tragfähigkeit zumindest mittelfristig nicht mehr gewährleistet. Es muss baldmöglichst gehandelt werden.

Diese Zwangslage will die Bauherrschaft nutzen, um auch die innere Struktur des Altbaus zu optimieren. Er soll bis zum ersten Boden abgebrochen und neu erstellt werden. Die Küche und der Saal von 1987 bleiben also unverändert. Für die Neugestaltung dient das Haus Ost als Referenz: Der First soll gleich hoch gesetzt werden und die Fensterzeilen werden analog ausgeführt. Ebenfalls rund einen Meter höher als bisher wird der querliegende Verbindungstrakt, wobei auf zusätzliche Dachaufbauten und Gauben verzichtet wird. Das Gasthaus wird farblich klar vom Haus Ost abgesetzt.

Architekt Martin Rusch betont, dass mit dem Umbau keinerlei Kapazitätserweiterung verbunden ist. Auf den beiden Stockwerken sollen herkömmliche Massenlager – sie werden nicht mehr ausreichend nachgefragt – in Doppelzimmer (1.Stock) und kleinere Familien- beziehungsweise Gruppenzimmer umgewandelt werden. Dringend erwünschte Etagenduschen und WC-Anlagen werden im Sinne einer Komfortsteigerung eingebaut. Weitere Schlafplätze entstehen unter dem First des Haupthauses.

Zudem ist vorgesehen, die freistehende Hütte auf der Westseite abzubrechen und ihr Volumen in das Haupthaus zu integrieren. Die enge Passage zwischen den beiden Bauten füllt sich regelmässig mit Schnee, was zu erheblicher Staunässe führt. Deshalb soll die Südwestecke im Grundriss angepasst und ergänzt werden. So lässt sich der Zugang zu Küche und Lager optimieren. Der Verlust an Schlafplätzen durch den Abbruch der Hütte wird im Neubau wettgemacht.

Die Bauherrschaft ist zuversichtlich, bei gutem Verlauf des Bewilligungsverfahrens im kommenden Herbst mit den Vorbereitungsarbeiten beginnen zu können. Der eigentliche Wiederaufbau ist für das Jahr 2019 geplant. Zunächst aber geht der «Alte Säntis» aber in die Winterpause: das Bergasthaus schliesst heute.